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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Scoleciden. I. Plathelminthen : Turbellarien.

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treffen, wird je eine Keimzelle mit vielen Dotterzellen zu einem ovalenKörper zusammengefügt, welcher weiterhin durch besondere Schalen-drüsen noch mit einer festen Hülle versehen wird (Fig. 208^4). So ent-steht ein zusammengesetztes Ei; dasselbe macht von dem Gesetz,dal;! das tierische Ei stets eine einzige Zelle ist, nur scheinbar eine Aus-nahme. Denn die Entwicklung lehrt, daß nur die Keimzelle an derBildung des Embryo direkten Anteil hat und allein als die eigentlicheEizelle angesehen werden kann, daß die Dotterzellen dagegen allmählichzerfallen und einen dem Embryo zur Speise dienenden Nahrungsklumpenliefern (Fig. 208 i?).

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Fig. 208. Eier von Distomumnodulositm (nach Schauinsland). Avor der Embryonalentwicklung, BEmbryonalentwicklung im Gang,Dotterzellen zerfallen, ei Eizelle,d Dotterzelle, en Entodermzellen,ek Ectoderm, p Pigmentfleck.

Gewöhnlich werden die Plattwürmer in vier Ordnungen eingeteilt:1. Turbellarien, 2. Trematoden, 3. Cestoden, 4. Nemertinen. Von ihnensind unzweifelhaft die Turbellarien die Ausgangsformen für die 3 übrigenOrdnungen. Aus den Turbellarien sind durch höhere Entwicklung dieNemertinen hervorgegangen, die Trematoden und Cestoden dagegendurch mehr und mehr zunehmende Rückbildung infolge parasitischerLebensweise. Rücksich.tlich der Nemertinen wird von manchen Zoologenallerdings die Ansicht vertreten, daß sie überhaupt nicht zu den Platt-würmern gehören, sondern den Anneliden verwandt sind.

I. Ordnung. Turbellarien oder Strudelwürmer.

Die Turbellarien sind im allgemeinen Tiere von geringer Körper-größe; nicht w 7 enige Arten sind sogar mikroskopisch klein, doch gibt esauch, namentlich unter den Dendrocölen, Formen von mehreren seltenvielen Centimetern Länge. Der NameStrudelwürmer" bezieht sich aufdas wichtigste systematische Merkmal der Gruppe, das dichte Wimper-kleid, welches meist die gesamte Oberfläche des Körpers überzieht undvon einem einschichtigen Cylinderepithel seinen Ursprung nimmt (Fig. 57,204). Dasselbe dient zur Atmung, indem es neuen Sauerstoff der Körper-oberfiäche zuführt, außerdem aber auch vielfach zur Fortbewegung. Manfindet nämlich die Turbellarien vorwiegend im Wasser (im Meer-, wieim Süßwasser), seltener auf dem Land in feuchter Erde {Landplanarien).Im Wasser kriechen sie entweder ähnlich gewissen Nacktschnecken aufihrer Bauchseite an Steinen und Pflanzen, oder sie tummeln sich freischwimmend im Wasser herum. Im letzteren Falle machen die größerenFormen undulierende Bewegungen des Körpers; den kleineren dagegengenügt der Ruderschlag ihrer Wimpern. Außer frei lebenden Formengibt es eine nicht geringe Zahl zum Parasitismus neigender oder voll-kommen parasitisch, teils ento-, teils ectoparasitisch lebender Arten (imBlut mancher Cyprinoiden, Sanguinicola armata Plehn). Nicht seltenmacht sich sogar parasitische Anpassung bemerkbar (Rückbildung desYorderdarms bei Fecampia, Haftapparate von Byrsophlebs, Genostoma).