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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

vorkommen; häufig wird dann die Verteilung derselben gesetzmäßig ge-regelt, derart, daß Individuen mit verschiedener Fortpflanzung miteinanderalternieren: Generationswechsel im weiteren Sinne.

15. Generationswechsel im engeren Sinne (progressiver G., Meta-genesis) ist der Wechsel zweier Generationen, von denen sich die einedurch Teilung oder Knospung, die andere geschlechtlich fortpflanzt. Erstemheißt die Amme, letztere das Geschlechtstier.

16. Das Alternieren von Parthenogenesis oder Pädogenesis mit strenggeschlechtlicher Fortpflanzung nennt man regressiven Generationswechseloder Heterogonie.

17. Die durch die geschlechtliche Fortpflanzung eingeleitete Entwick-lung zeigt fast bei allen vielzelligen Tieren prinzipielle Übereinstimmungin den Anfangsstadien: Befruchtung, Furchung, Keimblattbildung.

18. Das Wesen der Befruchtung beruht auf der vollkommenenVerschmelzung von Ei und Spermatozoon, vor allem auf der Vereinigungder Kerne, Ei- und Spermakern, zum Furchungskern (resp. Furchungs-spindel).

19. Die Eifurchung ist eine Zellteilung, eine Teilung des be-fruchteten Eies in die Furchungskugeln. Die Furchung kann sein einetotale (holoblastische Eier) oder eine partielle (meroblastische Eier): dietotale Furchung ist entweder äqual oder inäqual, die partielle entwederdiscoidal oder superficiell.

20. Durch fortgesetzte Teilung der Furchungskugeln und durch Aus-bildung der Furchungshöhle entsteht der einschichtige Keim, die Blastula(Vesicula blastodermica).

21. Durch Einstülpung der Blastula entsteht die Gastrula oderder zweischichtige Keim.

22. Die Gastrula umschließt einen durch den Gastrulamund nachaußen sich öffnenden Hohlraum, den Urdarm oder das Archenteron; siebesteht aus zwei Epithellagen, dem den Urdarm auskleidenden Entoblast(Hypoblast) oder inneren Keimblatt und dem die Körperoberfläche bildendenEctoblast (Epiblast) oder äußeren Keimblatt.

23. Zwischen äußerem oder innerem Keimblatt kann noch ein drittes,mittleres Keimblatt, Mesoblast, entstehen.

24. Das mittlere Keimblatt entsteht entweder durch Einfaltung undAbschnürung eines Teils des Entoblastepithels: epithelialer Mesoblast,Mesepithel, oder durch Auswandern einzelner Zellen zur Bildung einesGallertgewebes: Mesenchym.

25. Viele Tiere legen die Eier vor oder gleich nach der Befruchtungab (ovipare Tiere), andere legen Eier ab, welche schon im Mutterleibbefruchtet waren und bei der Geburt einen Teil der Entwicklungsstadiendurchlaufen haben (ovo-vivipar). Eine dritte Reihe von Tieren gebiertlebendige Junge (vivipar).

2G. Die Entwicklung eines Tieres ist entweder eine direkte odereine indirekte (Metamorphose).

27. Von indirekter Entwicklung oder Metamorphose spricht man,,wenn das aus dem Ei hervortretende junge Tier von dem geschlechts-reifen Tier sich in zwei Punkten unterscheidet:

1. durch den Mangel gewisser dem geschlechtsreifen Tier zu-kommender Organe,

2. durch das Auftreten von Organen, die umgekehrt dem ge-schlechtsreifen Tier fehlen, von Larvenorganen.