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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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III. Beziehungen der Tiere zueinander.

Wie zwischen den Organen eines und desselben Tierkörpers eingesetzmäßiger Zusammenhang besteht, welcher als Correlation der Teilebezeichnet wird, so stehen auch die verschiedenen Individuen derselbenTierbevölkerung in vielfacher und inniger Wechselwirkung zueinander.An einer Fülle von Beispielen hat Darwin durchgeführt, wie die Existenz-bedingungen mancher Tierarten verändert werden, wenn andere Formenneu auftreten oder verschwinden oder eine außergewöhnliche Reduktionoder Vermehrung der Individuenzahl erfahren. Derartige Wechselwirkungensind meist spezieller Natur und können nur durch besondere Studien klar-gelegt werden. Nur wenige Verhältnisse haben allgemeinere Verbreitungund sind daher auch einer allgemeinen Besprechung zugängig. Hierhergehören Stock- und Staatenbildung, Parasitismus und Symbiose.

1. Beziehungen zwischen Individuen derselben Art.

" Stockbildung

Stock- und Staatenbildung sind Beziehungen, welche sich zwischen d s h ce °° n "Individuen derselben Art ergeben. Unter einem Tierstock verstehenwir eine Vereinigung von Tierindividuen, welche auf einem festen orga-nischen Zusammenhang der Körper beruht; derselbe kann entweder zu-stande kommen, indem Tiere, welche von Anfang an getrennt waren, sicheinander nähern und teilweise miteinander verschmelzen, oder indem Tiere,welche durch Teilung oder Knospung entstehen, sich nicht vollkommenablösen, sondern untereinander resp. mit dem Muttertier vereint bleiben.Der erstere Fall der Stockbildung ist äußerst selten und spielt im Tier-

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Fig. 109. Entwicklung' von Diplozoon paradoxum. (aus Boas). 1. Larve, 2.daraus hervorgegangeneDiporpa", 3. zwei Diporpen vereinigen sich, 4. die Diporpensind zum Diplozoon vereinigt, m Mund, d Darm, h hinterer Haftapparat, b Bauch-Bangnapf, der zum Fassen des Rückenzapfens r dient.

reich gar keine Rolle. Manche Protozoen verschmelzen miteinander undbilden größere Körper, in denen man die Einzeltiere noch erkennen kann.Unter den vielzelligen Tieren kennt man nur den Fall des Diplozoonparadoxum, bei welchem normalerweise jedesmal zwei aus verschiedenenEiern stammende Tiere (die Diporpen) sich zu einem an Doppelmißbil-dungen erinnernden Doppeltier vereinen (Fig. 109).

Im allgemeinen kann man sagen, daß die in der Natur vorkommendenstockMidungFälle von Stockbildung auf unvollkommener Teilung und Knospung T oliS)mmmeberuhen: letztere kommen nicht zum normalen Abschluß, indem zwar che'^'» dAusgestaltung von zwei oder mehr Individuen, nicht aber die völligeTrennung herbeigeführt wird. Mehr oder minder breite Gewebsbrücken