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Allgemeine Zoolos
Raupen von den Schmetterlingen nicht nur durch den Mangel der zu-sammengesetzten Augen und der Flügel, sondern auch durch die An-wesenheit der dem Schmetterling fehlenden Afterfüße und Spinndrüsen,ferner durch die andere Gestalt von Kiefern, Antennen und Beinen, dieverschiedene Beschaffenheit des Darms, des Tracheen- und Nerven-systems etc. Die Kaulquappen unterscheiden sich vom Frosch nicht nurdurch den Mangel der Lungen und Extremitäten, sondern auch durch dieAnwesenheit der Kiemen und des Ruderschwanzes. Je mehr „Larven-organe" vorhanden sind, um so deutlicher wird daher auch der Charakterder Metamorphose sein.
Es kommt vor, daß die Geschlechtsorgane eines sich indirekt ent-wickelnden Tieres schon reifen, ehe die Metamorphose beendet ist, unddaß infolgedessen die letztere zum Stillstand kommt (Geschlechtsreife derdurch Kiemen atmenden Tnton\a.rven, der Larven von Äfiastor etc.).Man hat diese eigentümliche, durch den Geschlechtsapparat ausgelösteEntwicklungshemmung „Neotenie" genannt und hat versucht, nicht wenigeTierformen als neotene, d. h. auf dem Larvenstadium geschlechtsreif ge-wordene Arten, aufzufassen.
ovip ar e, T i- Unabhängig von der Zeit, um welche der Embryo die Eihüllen ver-
vipare, ovo-läßt igt der Zeitpunkt, auf welchem das Ei aus dem mütterlichen Orga-Tiere, nisnius entfernt wird. Wir kennen hier zwei Extreme, die Oviparenoder eierlegenden und die viviparen oder lebendig gebärenden Tiere.Zu den Oviparen Tieren können, streng genommen, nur solche gerechnetwerden, bei denen das Ei zur Zeit der Geburt noch den Charakter einereinzigen Zelle hat, bei denen es entweder, wie bei den meisten Fischen,Seeigeln etc., erst nach der Ablage oder, wie bei Batrachiern und In-secten, während der Ablage befruchtet wird. Bei viviparen Tieren da-gegen treffen Geburt und Zerreißen der Eihüllen zeitlich vollkommenoder nahezu zusammen, und aus den mütterlichen Geschlechtswegen trittein Tier hervor, welches seine Entwicklung abgeschlossen oder doch soweit fortgeführt hat, daß es ohne schützende Hüllen zu leben vermag.Zwischen beiden Extremen vermitteln die wechselnden Formen der ovo-viviparen Entwicklung. Was hier bei der Geburt zum Vorschein kommt,macht zunächst vermöge seiner Hüllen den Eindruck eines Eies; alleindie ersten Entwicklungsstadien sind schon in ihm abgelaufen, so daßman beim künstlichen Sprengen der Eihüllen einen mehr oder minderweit entwickelten Embryo herausschält. In die Kategorie der ovo-vivi-paren Tiere sind auch die Vögel zu rechnen; denn ihre Eier sind längereZeit, bevor sie gelegt wurden, befruchtet worden und haben die Bildungdes Blastoderms schon vollendet. Bei vielen Schlangen kann sogar beider Ablage schon ein zum Ausschlüpfen bereites Tier in der Eischaleenthalten sein.
Derartige Ubergangsformen lehren, daß zwischen ,,Eier legen" und„lebendig gebären" keine scharfe Grenze gezogen werden kann, und daßman sich hüten muß, den hier zutage tretenden Unterschieden größereBedeutung beizumessen. Es war gänzlich verfehlt, daß Linne nach demVorgang von Aristoteles den Zeitpunkt der Geburt systematisch ver-werten wollte. In vielen Tierabteilungen finden sich sowohl Eier legendewie lebendig gebärende Formen. Die meisten Haifische sind lebendiggebärend, einige Arten aber „legen Eier"; umgekehrt gilt für die Knochen-fische als Regel, daß die Eier vor der Befruchtung entleert werden.Ausnahmen hiervon sind der lebendig gebärende Zoarces viviparus u. a.