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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

Chromo-som en-reduction.

Conjugationder Chromo-somen.

I

Reductions-teilung.

rein, aber rotblühend, ein Zeichen, daß hier das recessive Merkmal ganzgeschwunden war. Die übrigen 2 / 4 verhielten sich genau wie die ersteHybridengeneration: da die rote Farbe ihrer Blüte nur durch die Präva-lenz der roten Determinante über die gleichfalls vorhandene recessive weißebedingt wurde,spalteten" diese 2 / 4 weiterauf" und ergaben in dernächsten Generation i j i rein weiße, J / 4 rein rote, 2 / 4 rote mit recessivemWeiß. Diese für alle Tier- und Pflanzenzüchter ungemein wichtige, iuZahlen ausdrückbare Gesetzmäßigkeit, das Mendelsche Gesetz, besser dieMendelsche Regel, hat sich im Tier- und Pflanzenreich in sehr vielenFällen bewährt, häufiger bei Kreuzung von Varietäten als von Arten.Immerhin gibt es auch Ausnahmen, da es auch zur Bildung von Misch-charakteren kommen kann.

Es gilt nun, die Resultate der Mendelschen Experimente mit denmorphologischen Ergebnissen der neueren Reifungs- und Befruchtungs-lehre in Übereinstimmung zu bringen. Wir müssen zu dem Zweck dieüber die Rolle der Chromosomen genlachten Erfahrungen auf ihre hypo-thetischen Einheiten, die Determinanten, übertragen. Demnach gelangendie verschiedenartigen, einander entsprechenden Determinanten, in demoben durchgeführten Beispiel die Determinanten für rote und weißeBlütenfarbe zugleich, in den Furchungskern und bei der Teilung desselbenin dessen Abkömmlinge; sie gelangen in die Blütenzellen, wo sie nachMaßgabe ihrer Prävalenz die Blütenfarbe bestimmen; sie gelangen aberauch in die Geschlechtszellen, die Ovocyten und Spermatocyten der hybridenGeneration. Die Geschlechtszellen besitzen nun in der den Reifeteilungenvorausgehenden sog. Wachstumsperiode nur die halbe Zahl der den Gewebs-zellen zukommenden Chromosomen. Man erklärt dieseReduktion" dergewöhnlichen Chromosomenzahl auf die Hälfte durch die an und für sichplausible, durch mancherlei Beobachtungen gestützte Annahme, daß die bishergetrennt gebliebenen väterlichen und mütterlichen Chromosomen sich ver-einigt haben und zwar jedesmal Chromosomen von gleicher organologischerBedeutung (Conjugation der Chromosomen). Demnach würden sich"auch, gleichwertige männliche und weibliche Determinanten vereinigen, inunserem Beispiel die Determinanten für rote und weiße Blüten. Würdedabei eine völlige Durchmischung beider eintreten, so würde eine nicht mehrauflösbare Mischeigenschaft entstehen; würde die Vereinigung dagegennur zu einer Anlagerung führen, so würden bei weiteren Teilungen derGeschlechtszellen, den sogenannten Reifeteilungen, die beiderlei Deter-minanten und so auch die väterlichen und mütterlichen Eigenschafts-anlagen wieder getrennt werden können. Letzteres würde für die derMendelschen Regel folgenden Fälle zutreffen. Die in den männlichenGeschlechtszellen vorhandenen, nur aneinandergefügten weißen undroten Determinanten würden bei einer der beiden Reifeteilungen wiedergetrennt (Reductionsteilung) und auf die Teilprodukte verteilt werden,so daß schließlich 2 Spermatozoon nur weiße, 2 nur rote Determinantenerhalten würden. Desgleichen würden am Ende der Reifung von den4 weiblichen Zellen, den 3 Richtungskörpern und dem Reifei, 2 nur weiße,2 nur rote Determinanten besitzen. Wenn man nun, wie es bei Selbst-befruchtung von Bastarden der Fall sein muß, derartiges Material zurBefruchtung benutzt, so ergeben sich 4 Möglichkeiten, welche nach den"Wahrscheinlichkeitsgesetzen in gleichen Zahlen vertreten sein werden,,da kein Grund vorliegt, eine Begünstigung der einen oder anderen Kom-bination anzunehmen: a) 1 / i rot c? + rot ? = rot blühende, auf die eineAusgangsform zurückschlagende, rein züchtende Formen; b) 1 / i weiß <5