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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

Befruchtung, besser künstliche Besamung). Man kann so einevollkommen normale Entwicklung erzielen.Befruchtung. Gehen wir nun auf die Befruchtungsvorgänge im engeren Sinne ein,

so beginnen dieselben mit dem Eindringen des Spermatozoons indas Ei. Gewöhnlich ist das Ei von einer gallertigen Hülle, dem Chorion,umgeben, auf dessen Oberfläche die Spermatozoen bei der Besamunghaften bleiben und durch das sie sich durchbohren, bis sie die Oberflächedes Dotters erreichen (Fig. 96). Da das Chorion namentlich bei Eiern,welche im Trocknen abgelegt werden, hart und unnachgiebig sein kann,existiert häufig an ihm eine besondere Einrichtung, welche den Sperma-tozoen den Zugang ermöglicht, der Mikropylapparat; derselbe ist eineinziger, das Chorion durchbohrender Kanal, wie bei den Fischen, oderein ganzes Bündel solcher Kanäle, wie bei fast allen Insecten.Mono- Durch die Gallerthülle oder den Mikropylkanal können viele Sperma-

spermie tozoen eindringen: in das Ei selbst gelangt unter normalen Verhältnissen

Polyspermie. ° ' . ° ° . . _,

bei den meisten Deren nur ein einziges. Demjenigen Spermatozoon, welcheseinen, wenn auch noch so kleinen Vorsprang vor den übrigen gewonnenhat, sendet das Ei einen Fortsatz entgegen, auf welchem es in das Inneredes Dotters einwandern kann. Damit wird das Ei unzugängig für alleübrigen Samenfäden, welche unbenutzt zugrunde gehen. Nur bei krank-haft veränderten oder durch langes Liegen geschädigten Eiern kann esvorkommen, daß 2 oder mehr Spermatozoen eindringen. Der normalenA D Einfachbefruchtung oder Mono-

spermie haben wir die Di- undPolyspermie, die Mehrfach-befruchtung, als pathologischeErscheinung entgegenzustellen.Im Ei existieren gegen dieseanormalen Befruchtungen Schutz-vorrichtungen, welche durch Ab-nahme der Lebensenergie außerTätigkeit gesetzt werden. Einedieser Schutzvorrichtungen, aberkeineswegs die einzige, ist dieBildung der Dottermembran,einer undurchgängigen Hülle, dieplötzlich von der Oberfläche des

Fig. 96. Ei von Asterias glacialis wäh-rend der Befruchtung. A Eindringen desSpermatozoons, B das Spermatozoon ist ein-gedrungen, die Dottermeinbran gebildet (nachFol).

Eies ausgeschieden wird, wenn ein Spermatozoon die Befruchtung voll-zogen hat. Innerhalb der Dottermembran zieht sich der Körper desEies unter Entleerung flüssiger Bestandteile auf ein kleineres Volumenzusammen, so daß zwischen Dottermembran und Eioberfiäche ein Zwischen-raum entsteht, an welchem man befruchtete Eier leicht erkennen kann(Fig. 96.5).

Bei den großen dotterreichen Eiern mancher Insecten und Wirbel-tiere dringen auch unter normalen Verhältnissen mehrere SpermatozoenPhysio- ein (physiologische Polyspermie). Dadurch wird aber die prinzipiellePolyspermie. Auffassung vom Wesen der Befruchtung nicht geändert. Denn auch dannverschmilzt nur ein Samenkern mit dem Eikern, während die anderennach mehrfachen Teilungen schließlich doch noch zugrunde gehen.

Wenn das Spermatozoon in das Ei eingedrungen ist, dann sind vonseinen Bestandteilen der Kopf und das das Centrosoma enthaltende Mittel-stück noch erkennbar nach der in der Histologie gegebenen Deutung

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