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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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charakteristische Merkmal des reifen, befruchtungsfähigen Eies. Mit an-deren Worten, durch doppelte Teilung sind aus dem unreifen Ei 4, resp.3 Zellen entstanden, von denen die eine bei weitem den größten Teilder ursprünglichen Zellenmasse übernommen hat und das reife Ei dar-stellt, während die übrigen zwei oder drei Zellen kleine Körper sind,gleichsam rudimentäre Eier. Den Namen Richtungskörperchen habendieselben dem Umstand zu verdanken, daß ihre Lage in sehr vielenFällen eine bestimmte Orientierung im Ei ermöglicht: man kann durchdas Ei einen Durchmesser, die Hauptachse, legen, dessen eines Endedurch die Richtungskörperchen bezeichnet wird. Mit Rücksicht auf spätereEntwicklungsprozesse nennt man dieses Ende den animalen Pol desEies, das entgegengesetzte Ende den vegetativen Pol.

In vielen Fällen verläuft die Eireife schon vor der Besamung desEies entweder im Eierstock oder im Anfang der Ausführwege. Beimanchen Tieren tritt dagegen eine Ruhepause ein, wenn die erste Rich-tungsspindel gebildet worden ist, oder das Ei beharrt sogar auf dem-Stadium des Voreies; das Ei bedarf dann des Zusatzes von Samen, damitdie Reifevorgänge eingeleitet oder bis zur Bildung des Eikerns zu Endegeführt werden. Diese Abhängigkeit der letzten Reifeerscheinungen vomEintritt der Befruchtung hat lange Zeit zu dem Irrtum geführt, daßdie Bildung der Richtungskörper einen Teil der Befruchtimgsvorgängeselbst ausmache. Die Reifeteilungen des Eies besitzen ihr Gegenstückin den Reif etei hingen der männlichen Geschlechtszellen. Wie dieOvocyten durch zwei Teilungen vier Zellen liefern, drei Richtungskörperund ein Reifei, so teilt sich die der Ovocyte vergleichbare Spermatozytein vier Spermatiden. Doch besteht der Unterschied, daß alle vier Sperma-tiden zu Spermatozoen werden. Daß von den vier Geschlechtszellen imweiblichen Geschlecht drei (die Richtungskörper) rudimentär werden, dievierte allein zum Ei wird, erklärt sich aus der Notwendigkeit, das Eibehufs seiner Entwicklung reicher mit entwicklungsfähigem Material aus-zustatten.

2. Befruchtung.

Wenn man den AusdruckBefruchtung" im wissenschaftlichen Sinneanwenden will, so muß man ihn auf die intimen Vorgänge beschränken,welche sich nach dem Zusammentreffen der Eier und Spermatozoen imInnern der ersteren abspielen und mit einer vollkommenen Verschmelzungbeider Geschlechtszellen endigen; dagegen muß man besondere Ausdrückefür die vorbereitenden Vorgänge wählen, welche den Zweck haben, dieBefruchtung zu ermöglichen. Sehr häufig ist zu diesem Zweck die aktiveÜbertragung des Samens von dem Männchen auf das Weibchen nötig,die Begattung; indessen nicht immer. Bei vielen wasserbewohnenden Begattung.Tieren, namentlich bei den meisten Fischen, Echinodermen, Cölentcraten,werden Eier und Spermatozoen in das Wasser entleert, und der Zufallbedingt ihre Vereinigung, die Besamung der Eier. Man kann dann, Besamung,was sich in der Natur vollzieht, künstlich erzielen; man kann z. B. aus demUterus eines Froschweibchens die Eier entnehmen und mit Sperma desMännchens besamen, oder durch geeigneten Druck auf den Laib laich-reifer Fische die Eier in einer Schüssel sammeln und einige Tropfendes ebenfalls durch Druck entleerten Samens mit einer Federfahne überdieselben ausbreiten und das Ganze mit Wasser übergießen (künstliche