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Allgemeine Zoologie.
Allgemeine Erscheinungen der geschlechtlichen Fortpflanzung.
Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung kommt eine Reihe von Ent-wicklungsvorgängen zur Beobachtung, welche in prinzipiell gleicher Weisebei allen vielzelligen Tieren wiederkehren und daher hier im Zusammen-hang besprochen werden sollen; das sind 1. die Reife der Eier, 2. derBefruchtungsprozeß, 3. der Furchungsprozeß, 4. die Bildung der drei Keim-blätter.
1. Eireife.
Das Ei mit dem großen, bläschenförmigen Kern, dem Keimbläschen,wie wir es in der Histologie kennen gelernt haben, die „Ovocyte" oderdas „Vorei", kann noch nicht befruchtet werden; um befruchtungsfähigzu werden („Reifei"), muß es eine Summe von Veränderungen durch-machen, die Reifeerscheinungen, welche darin bestehen, daß das Keim-bläschen durch den sehr viel kleineren Eikern ersetzt wird, und daßgleichzeitig an dem einen Pol des Eies die Richtungskörperchen (Pol-körperchen) abgeschnürt werden.Bildung der Das Keimbläschen macht mit den Umwandlungen den Anfang, in-
MrtcSi.dem seine Wandung aufgelöst, sein Inhalt zum Teil dem Protoplasmades Eies beigemengt, zum Teil zur Bildung einer Kernspindel verbrauchtwird. Die letztere, auch die Richtungsspindel genannt, stellt sich mitihrer Achse in einem Eiradius ein, so daß ihr einer Pol dem Centrumzugewandt, der andere in der oberflächlichsten Schicht des Eies befestigt
II
III
IV
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Fig. 95. Eireife von Physa fontinalis (nach Kostanecki). I erste Richtungs-spindel, II Bildung des ersten Richtungskörperchens, III erster Richtungskörper undzweite Richtungsspindel, IV zweiter Richtungskörper in Bildung.
ist (Fig. 951). Nunmehr beginnt ein regelmäßiger Zellteilungsprozeß,.nur daß die Teilprodukte sehr ungleich groß sind; das größere Teilstückist das Ei, das kleinere, ganz unansehnliche Teilstück ist der Richtungs-körper (Fig. 95 II, III). Letzterer erhebt sich über die Eioberfläche alsein Hügel empor, in den die Richtungsspindel mit ihrer einen Hälftehineinragt; bei der Abschnürung wird diese Hälfte in den Richtungs-körper hinübergenommen.
Der im Ei verbleibende Teil der Richtungsspindel ergänzt sich sofortzu einer neuen Spindel; die Zellknospung wiederholt sich und führt zurBildung des zweiten Richtungskörpers (Fig. 95 IV). Infolgedessen liegenan dem einen Ende des Eies zwei kleine Zellen, in vielen Fällen sogardrei, da während der Bildung des zweiten Richtungskörpers der erstesich ebenfalls noch einmal geteilt haben kann. Der nach der zweitenTeilung noch übrige Rest der Richtungsspindel ist zu einem ruhendenbläschenförmigen Kern, welchen wir Eikern nennen, geworden, das