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Allgemeine Zoologie.
tier ganz ebenso verwandt worden, wie die übrigen Teile der Körperwand(Fig. 93). Die Geschlechtszellen eines Tieres sind dagegen dauernd oderwenigstens auf längere Zeit von den Lebensverrichtungen ausgeschlossen,als Zellen, welche in einem Ruhezustand verharrt haben, deren Lebens-energie während dieser Ruhe geschont worden ist. Daher fehlen auchbei der geschlechtlichen Fortpflanzung die Beziehungen zum Wachstum,welche bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung so auffällig sind. Dennwenn auch häufig die geschlechtliche Fortpflanzung erst nach beendigtemKörperwachstum eintritt, so kommt es doch ebenso häufig und nochhäufiger vor, daß Tiere, wie z. B. alle Fische, noch nach Eintritt derGeschlechtsreife auf das Doppelte und Mehrfache ihrer Körpergrößeweiterwachsen. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist eben keine besondereForm des Wachstums, sondern eine völlige Erneuerung des Organismus,eine Verjüngung desselben. Daraus erklärt sich die wichtige Erscheinung,daß die ungeschlechtliche Fortpflanzung am verbreitetsten ist bei niedrig-organisierten Tieren (Cölenteralen, Würmern), dagegen bei Wirbel-tieren, Mollusken, Arthropoden fehlt. Je höher die Organisation desTieres ist, je mehr sich die Lebensenergie seiner Zellen verbrauchenmuß, um den gesteigerten Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit zu ge-nügen, um so notwendiger ist die geschlechtliche Fortpflanzung. Beachtens-wert ist ferner, daß Teilung und Knospung vornehmlich bei festge-wachsenen oder seßhaften oder wenig beweglichen Formen vorkommt(Cölenteraten, Bryozoen, Ascidien, Oligochaeten), ein Zeichen, daß dieVerbreitung der ungeschlechtlichen Fortpflanzung auch von der Lebens-weise bestimmt wird.
c) Kombinierte Fortpflanzungen.
Sehr häufig kommen bei einer und derselben Tierspecies zweierleiFortpflanzungsweisen nebeneinander vor. Viele Corallen und Würmerhaben sowohl die Fähigkeit, sich durch Teilung oder Knospung zu ver-mehren, als auch Eier und Spermatozoen zu bilden; andere Tierewiederum besitzen zwar keine ungeschlechtliche Fortpflanzung, ihre Eieraber entwickeln sich je nach Umständen entweder parthenogenetisch odernach vorausgegangener Befruchtung. Das Auftreten von zweierlei Fort-pflanzungsarten ist nun vielfach in der Weise geregelt, daß Individuenmit verschiedener Fortpflanzung in einem ganz bestimmten Rhythmusmiteinander alternieren. Man nennt eine derartige Entwicklung Gene-rationswechsel im weiteren Sinne und unterscheidet zwei besondereFormen desselben, die Metagenesis oder den Generationswechsel imengeren Sinne (progressiven Generationswechsel) und die Heterogonie(regressiven Generationswechsel).
GenlrationT- GenerationsWechsel im engeren Sinne oder Metagenesis ist
wechsei. der Wechsel von mindestens zwei Generationen, von denen die eine sich
Metagenesis.nur ungeschlechtlich, durch Teilung oder Knospung, vermehrt, die andereausschließlich oder doch vorwiegend geschlechtlich. Die erste Generationheißt die Amme, die zweite das Geschlechtstier. Das beste Beispielliefert die Fortpflanzung der Hydromedusen (Fig. 94). Die Ammensind hier die Polypen, welche meist zahlreich untereinander zu einerKolonie vereint sind, niemals Geschlechtsorgane erzeugen, wohl aberdurch Knospung Geschlechtstiere, die Medusen. Die Medusen sindden Polypen vollkommen unähnlich, viel höher organisiert, freibeweglich:sie haben nur ausnahmsweise die ungeschlechtliche Fortpflanzung bewahrt: