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Lehrbuch der Zoologie
Entstehung
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Allgemeine Zoologie.

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wicklung von Leben gewesen sind. Tötet man durch Erhitzen der Gläserund Kochen der Flüssigkeiten die Keime ab und verhindert man durchgeeignete Verschlußmittel den Zutritt neuer Lebensträger, so bleibt einederartigesterilisierte Flüssigkeit" dauernd unverändert. Freilich hatsich dabei herausgestellt, daß die Keime, namentlich von Bakterien, eineganz außergewöhnliche Widerstandskraft entwickeln können und nicht seltenmehr als 10 Minuten gekocht werden müssen, ehe sie zugrunde gehen.Als Endresultat aller neueren Versuche und Beobachtungen kann nur dasEine gelten, daß die derzeitige Existenz einer Urzeugung nichtbewiesen ist. Nun fragt es sich: mit welchem Rechte kann mandaraus folgern, daß Urzeugung weder existiert, noch je existiert hat?

Wer entsprechend den Lehren der Astronomie die Ansicht vertritt,daß unser Erdball sich einmal in einem feurig-flüssigen Zustand befundenhat und erst allmählich erkaltete, muß annehmen, daß das Leben aufder Erde nicht von Urewigkeit existierte, sondern einmal einen Anfanggehabt hat. Will er ferner nicht einen übernatürlichen Schöpfungsaktoder willkürlich aufgestellte Hypothesen, wie die von der Verschleppunglebender Keime von anderen Weltkörpern mittelst der Meteore, zur Er-klärung heranziehen, so bleibt ihm nur die Hypothese übrig, daß nachden Gesetzen der Affinität oder chemischen Wahlverwandtschaft Ver-bindungen von Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Schwefel und Stick-stoff sich zusammengefügt haben, um lebende Substanz zu erzeugen.Diesen Prozeß nennt man Urzeugung. Da der Kohlenstoff, Sauerstoff,Stickstoff etc., welche jetzt in Organismen festgelegt sind, damals nochdisponibel waren, mögen die Bedingungen für die Entstehung organischerVerbindungen, durch deren weiteres Zusammentreten das Leben möglichwurde, günstiger gewesen sein. So gestaltet sich die Hj r pothesevon der ersten Entstehung des Lebens durch Urzeugung zueinem logischen Postulat. Die Lehre kann aber nicht dahin aus-gedehnt werden, daß auch jetzt noch Urzeugung existiert. Da hierfürweder Beobachtungen, noch zwingende theoretische Erwägungen geltendgemacht werden können, liegt kein Grund vor, den Gegenstand hierweiter zu erörtern.

2. Elternzeugung oder Tocogonie.

Nach den vorausgeschickten Erörterungen haben wir uns hier nurmit den Fortpflanzungsarten, welche tatsächlich beobachtet worden sind,zu befassen, mit den Elternzeugungen. Dieselben zerfallen vornehmlichin zwei große Gruppen, die ungeschlechtliche und die geschlechtlicheZeugung, Monogonie und Amphigonie, zu denen noch eine dritteGruppe hinzukommt, die gemischten Fortpflanzungsweisen.

a) Ungeschlechtliche Fortpflanzung. Monogonie.

Zum Wesen der ungeschlechtlichen Fortpflanzung gehört zunächst,daß bei ihr nur ein einziger Organismus tätig ist. Da nun dieser Satzfür gewisse geschlechtliche Fortpflanzungsweisen, wie für die Fortpflan-zung hermaphroditer Tiere und die Parthenogenesis. ebenfalls zutrifft, sobedarf er noch der Erläuterung. Die ungeschlechtliche Fortpflanzungmuß auf Wachstumsvorgänge zurückgeführt werden, welche die Besonder-heit haben, daß sie nicht zur Vergrößerung eines vorhandenen Individuums,sondern zur Bildung neuer Individuen führen. Worin diese Besonder-