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Allgemeine Zoologie.
holt sich somit eine Erscheinung, welche im Tierreich eine weite Ver-breitung besitzt und zu der höheren Entwicklung desselben beiträgt,zunächst tritt eine Vervielfältigung der Teile (hier der Segmente) ein,dann wieder eine Arbeitsteilung, so daß das Endresultat ein vielgestal-tiges, trotzdem aber wieder einheitlich organisiertes Ganze ist.
IL Allgemeine Entwicklungsgeschichte.
Da jede Entwicklung mit einem Akt der Zeugung beginnt, so habenwir zunächst in diesem Kapitel zu erörtern, in welcher Weise Organismenneu entstehen können. Wenn wir hierbei allein das Gebiet des Be-obachteten berücksichtigen wollten, so müßten wir uns an den altenSatz des berühmten Engländers Harvey halten: Omne vivum ex ovo,und, denselben modifizierend, sagen: Omne vivum ex vivo, daß jederlebende Organismus von einem anderen lebenden Organismus abstammt.Wir müßten uns auf die Entstehungsweisen beschränken, welche manals Tocogonie oder Elternzeugung bezeichnet hat. Die große Be-deutung, welche jedoch die Lehre von der elternlosen Zeugung oderder Urzeugung in der Neuzeit durch die Descendenztheorie gewonnenhat, macht ein Eingehen auf dieselbe an dieser Stelle nötig.
1. Generatio spontanea. Archigonie.
Die alten Zoologen, selbst Aristoteles, gaben an, daß zahlreicheTiere, darunter auch höher organisierte Formen, wie die Frösche unddie meisten Insecten, aus dem Schlamm durch Urzeugung entstehen.Erst im 17. und 18. Jahrhundert fand diese Lehre ihre energischenGegner in Spallanzani, Francesco Bedi, Bösel v. Rosenhof,Swammerdam u. a., welche den experimentellen Beweis beizubringensuchten, daß alle Tiere Eier legen, welche durch Samen befruchtet werdenmüssen, um sich weiter zu entwickeln. Gegenüber diesen überzeugendenUntersuchungen flüchtete sich die Lehre von der Urzeugung auf dasGebiet der Naturgeschichte der niederen Tiere. Sie fand hier neueStützpunkte in dem Auftreten der Parasiten im Innern anderer Tiere,welche bei Beginn ihres Lebens zweifellos frei von Inwohnern gewesensein mußten. Die Parasitologen nahmen an, daß die Parasiten aus demüberschüssigen plastischen Material ihrer Wirte vollkommen neu ent-ständen, bis durch eine Reihe epochemachender Arbeiten die Wege fest-gestellt wurden, auf denen die sich aus Eiern entwickelnden Jugend-formen der Parasiten in den Körper ihres Wirtes hinein gelangen. —Als Beweis für die Lehre von der Urzeugung galt endlich bis in dieNeuzeit die Tatsache, daß sich in gänzlich unbelebten Gläsern mit Wassernach einiger Zeit tierisches und pflanzliches Leben bemerkbar macht,daß namentlich einzellige Organismen, Infusionstierchen etc., in solchenGläsern auftreten, daß ferner organische Flüssigkeiten infolge der Ent-wicklung niederster Pflanzen, der Bakterien, in Fäulnis übergehen. Jetztwissen wir, daß in allen diesen Fällen Keime von Organismen, welchedurch die Luft verschleppt worden waren, Veranlassung zu der Neuent-