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Lehrbuch der Zoologie
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Allgemeine Zoologie.

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der Längsachse stattfindet, daß der Körper nicht nur ans symmetrischenStücken, den Antimeren, sondern auch aus gleichartig aufeinander-folgenden Teilen, den Metameren, zusammengesetzt ist. Dies führtuns auf den Begriff der Gliederung oder Segmentierung.

Von Gliederung oder Segmentierung spricht man, wenn der innere undKörper eines Tieres aus zahlreichen Segmenten oder Metameren besteht Gliederung.(Fig. 58). Vielfach ist das äußerlich schon zu erkennen, wenn nämlichdie Segmentgrenzen auf der Oberfläche durch Einkerbungen markiertsind {Arthropoden und Anneliden). Dieäußere Gliederung" kannaber gänzlich fehlen und die Gliederung nur innnerlich in der reihen-weisen Aufeinanderfolge, in der metameren oder segmentalen An-ordnung der Organe, zum Ausdruck kommen. Der Mensch ist z.B.innerlich gegliedert, weil unter anderem sein Skelett aus zahlreichengleichwertigen Stücken, den Wirbeln, bestellt, die in der Längsachse auf-einanderfolgen. Beim Fisch besteht auch die Muskulatur, wovon mansich an jedem gekochten Fisch leicht überzeugen kann, aus zahlreichenMuskelsegmenten. Bei dem auch äußerlich gegliederten Regenwurmekehren in jedem Segment die Ganglienknötehen, die Gefäßschlingen, dieNierenkanälchen oder Segmentalorgane, die Borstenbüschel und die Scheide-wände der Leibeshöhle wieder.

Die genannten Beispiele sind zugleich geeignet, um das Wesen Homonomeder verschiedenen Formen der Gliederung, der homonomen und he- un D ome ro "teronomen Gliederung, zu erläutern. Der Regenwurm ist homonom Gliedmm s-gegliedert, weil die einzelnen Segmente im Bau einander außerordentlichgleichen und nur geringfügige Unterschiede zwischen dem Kopf, demHinterende und den Genitalsegmenten vorhanden sind. Die Menschenund alle Wirbeltiere sind dagegen heteronom gegliedert, weil die aufein-anderfolgenden Segmente trotz mancher Übereinstimmung einander sehrunähnlich geworden sind. Die Segmente des Kopfes haben eine ganzandere Bedeutung für den Gesamtorganismus wie die des Halses, derBrust oder gar der Schwanzregion. Zwischen den Segmenten einesheteronomen Tieres ist Arbeitsteilung eingetreten.

Die Unterschiede zwischen Heteronomie und Homonomie sind vonhervorragendem physiologischem Interesse. Je verschiedenartiger dieSegmente eines Tieres geworden sind, um so mehr sind sie, um normalfunetionieren zu können, aufeinander angewiesen, um so einheitlicher zu-sammengefügt ist das Ganze, so daß die einzelnen Teile nur im Zusammen-hang zu leben vermögen. Umgekehrt ist der Zusammenhalt der Teile umso lockerer, je gleichartiger sie sind, je mehr sie im Falle der Trennungfür einander vicariieren können. Dies äußert sich am schönsten bei Ver-stümmelungen. Manche Fumbriciden kann man durchschneiden und be-obachten, daß nicht nur jedes Stück für sich weiter lebt, sondern daß essogar das Fehlende ergänzt (Regeneration). Wenn dagegen ähnlicheEingriffe heteronom gegliederte Tiere betreffen, tritt entweder sofort der Todein, wie bei den höheren Wirbeltiereit, oder die Stücke leben nur nochkurze Zeit eine hoffnungslose Existenz weiter, wie die Frösche, Schlangen,Tnsecten etc. erkennen lassen. Immerhin besteht auch hier ein gewissesMaß von Regenerationsvermögen, welches aber bei zunehmender Vervoll-kommnung der Organisation eine Einschränkung erfährt. Während Crusta-ceen, Amphibien und Reptilien noch die Fähigkeit haben, z. B. verlorengegangene Extremitäten zu regenerieren, reicht das Regenerationsvermögender Säugetiere nur noch zur Wundheilung. Bei der Gliederung wieder-