Druckschrift 
Kristallseelen : Studien über das anorganische Leben ; mit 1 Tafel in Farbdruck und zahlreichen Abbildungen im Text
Entstehung
Seite
33
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Rheokristallo: Exkretion und Regeneration.

Exkretion. Wenn fein zerteilte fremde Körper, z. B. fein zer-riebene Tusche, während der Kristallisation in der Flüssigkeit vor-handen sind, so schieben die sich richtenden Moleküle des ÖlsäurenAlkalisalzes dieselben beiseite und befördern sie nach außen; soentsteht ein klarer, homogener Rheokristall. Man kann diesen Vor-gang, der nur durch feine Fühlung der Moleküle sich erklären läßt,und den Lehmann als Selbstreinigung bezeichnet, geradezu derAusscheidung oder Exkretion organischer Zellen vergleichen.Wenn in der Mutterlauge sich zufällig eine Luftblase befindet,breitet sich der Rheokristall auf der Oberfläche in Gestalt einer

Fig. 13. Kopulation von kernhaltigenKugelkristallen.

Die Sphärokristallc des trübschmel-zenden Paraazoxy-Phenatol (Gatter-mann) sind so leichtflüssig wie Wasser,enthalten einen zentralen Kern undverhalten sich beim Zusammenfließenwie kopulierende Zollen.

Fig. 14. Dichroismus derselben flüs-sigen Kugelkristalle (Fig. 13)im polarisierten Licht. Innere Struk-tur. Vgl. das Titelbild und Erklärung,Seite 24; Fig. 9 — 24, insbesondereFig. 10—18.

kugelförmigen pseudo-isotropen Schicht aus und bildet so einenblasenförmigen hohlen Sphärokristall.

Regeneration. Viele Kristalle, sowohl feste als flüssige, be-sitzen die Fähigkeit, Verletzungen auszuheilen und verlorengegan-gene Teile wieder zu ersetzen. Diese Regeneration, die schon langebekannt ist, beweist eine innere Korrelation der Teile währenddes „Lebens der Kristalle", und liefert ein weiteres Argument fürunsere Psychomatik. Wir müssen daraus schließen, daß eine feinestatische Empfindung oder ein „Symmetriegefühl" die Molekülebeseelt und sie zwingt, in einer ganz bestimmten Haltung und Rich-tung des Raumes sich aneinander zu lagern. Die Gesetze dieser

Haeckel, Kristallseelen.