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Erstes Kapitel: Kristallotik (= Kristallkunde).
fließen, zeigt die kopulierte Kugel eine Zeitlang noch zwei Kerne,und zwischen beiden einen dritten, dunkeln Punkt von abweichen-der Gestalt. Erst allmählich gewinnt der kugelige Doppelkristalleine einheitliche Gestalt und zeigt im Zentrum nur einen Kern.Es findet hier also eine ähnliche direkte Kernbildung (ohneChromosomen) statt, wie bei vielen ähnlich kopulierenden niederenProtisten (Vgl. Fig. 12, 13 und Titelbild, Fig. 7, 20—24.)
Polymorphismus. Die Formwandlungen der Rheokristalleunter dem Einflüsse verschiedener Lebensbedingungen — beson-ders wechselnder Temperatur und chemischer Aktionen — sind
Fig. 12. Kugelkristalle von Cholesteryl-Benzoat,
zum Teil zusammenfließend, mit radial faserigem Bau
(wie Ainylumkörner).
ebenfalls von hohem Interesse und den vitalen Formveränderungenvieler Protisten zu vergleichen. Bei dem Ammonium-Oleat, Lezi-thin und verwandten Lipoiden (die auch im Plasma vieler Zelleneine große Rolle spielen) hat Lehmann sicher nachgewiesen, daßdie fließenden Kristalle polyerlrisch sind, dem quadratischen Sy-stem angehören und sich im polarisierten Licht ebenso verhaltenwie echte feste Kristalle dieses Systems. Anderseits können dünn-flüssige Kristalle die Kugelform annehmen und dabei doch ebensoanisotrop sich verhalten. (Vgl. die kugeligen Kristalltropfen vonPara-Azoxy-Anisol Fig. 6—28 auf dem Titelbilde.)