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Kristallseelen : Studien über das anorganische Leben ; mit 1 Tafel in Farbdruck und zahlreichen Abbildungen im Text
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Viertes Kapitel:

Psychomatik (= Fühlungskunde).

Aufgabe der Psychomatik. Das Hauptziel der vorliegendenStudien über die Kristallseelen ist die feste Begründung der ein-heitliehen Naturanschauung; der Nachweis, daß in der or-ganischen und anorganischen Natur überall dieselbenewigen, eher-nen, großen Gesetze" alles Geschehen beherrschen. Die ganzeLebewelt", untrennbar mit der sogenanntenleblosen Welt"verknüpft, wird alsUniversum" einheitlich von demselbenPrinzip der Entwicklung geleitet. Als ich 1899 in dem Bucheüber die Welträtsel die Grundsätze dieser monistischen Philo-sophie in gemeinverständlicher Form darzulegen suchte, vertratich deren festes Fundament, den Substanz-Begriff, noch in dem-selben Sinne, wie ihn Spinoza aufgefaßt hatte, und wie nach ihmGoethe den unsterblichen Satz formulierte:Die Materie kannnie ohne Geist, der Geist nie ohne Materie existieren und wirksamsein." Gleichviel ob man hier den Begriff desGeistes" im Sinneder allwaltendenGott-Natur" pantheistisch oder im Sinne dermodernenEnergetik" physikalisch auffassen will, so ist damitjedenfalls die untrennbare Einheit von Kraft und Stoff behauptet.Gegenüber der raumerfüllenden Substanz, demExtensum"oder Ausgedehnten (= Materie) stand als zweites Attribut diedenkende, fühlende und wollende Substanz (= Psyche). Erstdurch fortgesetzte vergleichende Untersuchung gelangte ich späterzu der Überzeugung, daß die beiden Haupteigenschaften derPsyche: Bewegung und Empfindung, besser als zwei selbständigeAttribute der Substanz getrennt werden; die Mechanik, diesich mit der Bewegung, und die Psychomatik, die sich mit derEmpfindung der Materie befaßt, erfordern verschiedene Methodender Erforschung. So gelangte ich 1904 zu der erweiterten Lehrevon der Trinität der Substanz, welche ich im 19. Kapitel derLebenswunder" eingehend begründet habe. Diese neue moni-stische Theorie von der allgemeinenDreieinigkeit der Sub-