Kristall-Ordnungen. Kristall-Systeme.
entspricht eine charakteristische innere Struktur, welche sichäußert in ihrer Spaltbarkeit und dem verschiedenen Verhalten derMoleküle gegen Licht, Wärme, Elektrizität und andere physika-lische Einflüsse. Durch die idealen Achsen, deren Verhältnisse diestereometrische Grundform bestimmen, lassen sich konstanteSymmetrieebenen legen. Trotz der großen Mannigfaltigkeit, welchedie Sterrokristalle im einzelnen zeigen, lassen sich doch alle Grund-formen auf sechs Systeme zurückführen. Diese sind für unserevergleichende Betrachtung der Anorgane und Organismen des-halb von Bedeutung, weil sie auch bei einem Teile der Protisten,vor allen der Radiolarien, in ganz gleicher Gesetzlichkeit die geo-metrische Grundform bestimmen.
Symmetrie-Systeme. Die sechs morphologischen Kristall-Systeme, die in der Tabelle I übersichtlich charakterisiert sind,bssitzen ungleichen promorphologischen Wert. Das erste, tesse-rale oder reguläre System steht den fünf übrigen voran und istausgezeichnet durch drei gleiche und gleichwertige, aufeinandersankrecht stehende Achsen; sein inneres Gefüge ist isotrop wiedas der Kugel; die Moleküle sind nach allen Richtungen des Rau-mes gleichmäßig orientiert, wie bei den amorphen Körpern undden Flüssigkeiten. (Vgl. Fig. 1—3; Taf. C, Fig. 3.) — Im Gegensatzezu diesen isotropen regulären Kristallen sind die übrigen fünfSysteme anisotrop; ihre innere Molekülordnung ist verschiedennach den drei Richtungen des Raumes; das innere Gefüge ver-hält sich gegenüber Druck, Wärme, Licht usw. ungleich. Vondiesen fünf anisotropen Systemen sind die beiden ersten dadurchausgezeichnet, daß eine Hauptachse, die wir uns vertikal stehenddenken, die Grundform bestimmt. Im tetragonalen oder qua-dratischen System wird diese Hauptachse (länger oder kürzer alsdie anderen) in der Mitte von zwei gleichen rechtwinklig gekreuztenNebenachsen oder „Kreuzachsen" geschnitten, so daß die hori-zontale Mittelebene des Kristalls ein Quadrat bildet. Die Grund-form ist eine „quadratische Doppelpyramide", von acht gleichen,gleichschenkeligen Dreiecken eingeschlossen. Im hexagonalenSystem dagegen (z. B. im Schnee, Taf. B) wird die vertikale Haupt-achse in der Mitte von drei gleichen Nebenachsen geschnitten,che sich unter Winkeln von 60° kreuzen; somit ist die Grundformeine sechsseitige Doppelpyramide, von zwölf gleichen gleichschen-keligen Dreiecken eingeschlossen. Der horizontale Querschnittbildet hier ein reguläres Sechseck. (S. 15, Taf. B, Fig. 1:2—14). -
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