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2 (1874) Lebensbeschreibung der Förderer derselben
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trachtet; z. B. KCl-f-SnCL und lehrte das schwefelsaure Eisen-oxydul oxydfrei herstellen.

Michael Faraday, geb. 1791 zu Newington bei London, Sohneines Hufschmieds, kam schon im 9. Jahre zu einem Buchbinderin die Lehre, 4 Jahre später in einen Buchladen, wo er jedeGelegenheit zu eigener Ausbildung eifrig benutzte; 1811 wurdeein Herr Magrath auf ihn aufmerksam, derselbe verschaffte demstrebsamen Jünglinge Gelegenheit H. Davys Vorlesungen zu hören.F. arbeitete solche schriftlich aus und bat, indem er diese Heftevorzeigte, dass sich Davy seiner annehmen solle; so trat er 1813als Assistent bei diesem berühmten Chemiker ein. Vom Herbst181315 begleitete er seinen geliebten Lehrer auf einer Reisenach dem Contingente.

F. wurde durch seine chemischen Arbeiten so bekannt, dassihn die Royal Society 1824 als Mitglied und zugleich als Directordes Laboratoriums aufnahm, auch ernannte ihn die UniversitätOxford seiner grossen Verdienste halber zum Doctor; 1833 erhielter den Lehrstuhl der Chemie in London. Glücklich das Land,wo man nur die Fachleistung des Mannes beurtheilt, ohne nachAbiturientenexamen oder nach Griechisch und Latein zu fragen!

Wenn Mitscherlicb mit classischer und philosophischer Vorbil-dung ausgerüstet, sich zu einem der ersten Chemiker seiner Zeitaufschwang, so finden wir seine Leistungen als Gelehrter natür-lich; anders ist es bei Faraday, da sehen wir wie sich das GenieBahn bricht und reisst uns sein Fleiss, seine Ausdauer, die jeden-falls mit einem grossen Ingenium verbunden- waren, zur höchstenBewunderung hin, wenn wir sehen, wie dieser Mann mit mangel-hafter Schulbildung sich in zwei Zweigen der Naturwissenschaft der Physik und Chemie zu solcher Höhe aufschwang, dasssein Name in- und ausserhalb Europa mit hoher Achtung ge-nannt wird.

1821 erkannte Faraday den wichtigsten Grundsatz des Elec-tromagnetismus: dass der Schliessungsdraht des Eleclromotors denfrei schwebenden Pol eines Magneten in der Weise so/lici/irf, dassdieser sich in kreisförmiger Richtung um jenen zu bewegen strebt.Im Jahre 1831 entdeckte er die electrischen Induotionsströine underklärte viele hierher gehörige Erscheinungen.

F. führte sodann eine neue electrochemische Terminologieein, Namen wie Electrolyse, Electrolyt, Anode, Kathode, Jörnen,Kathion, Anion u. s. w., er ist überhaupt der gründlichste For-scher seiner Zeit auf electrochemischem Gebiete; das electroche-mische Gesetz, sowie das Gesetz des electrochemischen Aequiva-lents sind ihm zuzuschreiben. Doch auch in der Chemie leisteteer Grosses; so stellte er mehre Gase im flüssigen oder festen Zu-stande her und stellte die Eigenschaften derselben fest, zeigtedass die Wasserdämpfe bei sehr hoher Temperatur nicht flüchtigeSubstanzen, wie Kochsalz, Borsäure, Bleioxyd u. a in sich auf-nehmen, respective mit verflüchtigen, stellte mehre Chlorkohlen-