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Joh. Zwelffer, geb. 1628, gest. 1668, war erst Apotheker inder Pfalz, dann Arzt und Professor in Wien, verbesserte vieleVorschriften zu chemischen Ppten. und schrieb mehre Pharma-copoeen.
Robert Boyle, geb. 1627 in Irland,' gest. 1691. Er machteerst theologische Studien und widmete sich in späterer Zeit derPhysik und Chemie, zog nach Oxford, wo er ein philos. Colle-gium (die na.chherige Royal Society) gründete, 1668 ging er nachLondon. IL B. muss als Gründer der Experimentalehemie ange-sehen werden, da er nur den Weg der Erfahrung als sicherenFührer in der Naturwissenschaft anerkannt wissen will. Auch B.erkannte, dass die Metalle beim Verkalken einen Stoff aufnehmenund der Metallkalk (Oxyd) ein geringeres spec. Gewicht besitzt,als das Metall selbst; diese Thatsache erklärt er durch die Auf-nahme von Feuertheilen durch die Poren der Schmelzgeiasse. Erist Verbesserer der Luftpumpe und erkannte: dass das Volumder Luft sich umgekehrt verhalte, wie der auf die Luft ausgeübtwerdende Druck; es sollte daher das Mariott'sche Gesetz dasBoyle'sche heissen. Ferner erkannte B. dass die Verkalkung derMetalle und die Verbrennung von Schwefel im luftleeren Räumenicht erfolge; wie nahe war er also der Entdeckung des Sauer-stoffgases! Auch dass durch das Athmen der Thiere die Luft ver-dorben werde, war ihm bekannt. Hieraus sehen wir, dass auchdie Wissenschaft Zeit zum Reifen gebraucht, diese Reife bestandhier in der Erkennung gasförmiger Stoffe. B. erkannte ferner,dass Säuren und Basen (oder Alkalien) Körper von verschiedenenEigenschaften seien, welche sie beim Vermischen einbüssen, wo-durch Mittelsalze entstehen, sowie dass Austerschalen beimüeber-giessen mit Säure eine Luftart entwickeln, die von der atmosphä-rischen Luft verschieden sei. Das sind Beobachtungen, die heutzu Tage einen Anfänger nicht mehr in Erstaunen setzen, damalsaber waren sie in der Wissenschaft Epoche machend. B. mussaber auch als Begründer der analytischen Chemie angesehen wer-den, da er die Wichtigkeit der Reagentien zum Nachweis einzelnerStoffe erkannte und den Gebrauch der Reagentienpapiere lehrte.Er ist ferner der Erste, der eine Corpusculartheorie (Atomen-theorie) aufstellte, auch zeigte er, dass aus zwei verbundenenStoffen, der eine durch einen dritten Stoff, der zu einem der bei»den grössere Anziehungskraft hat, ausgeschieden wird. Auch dieAnwendung der Chemie auf Physiologie zog Boyle in Betracht.Die angewandte, besonders die pharm. Chemie, haben ihm vieleVerbesserungen zu danken: so befürwortete er die Anwendung derMineralsäuren in der Median und zeigte, dass sie im Körper neu-tralisirt würden. Er führte ferner den Gebrauch des Höllensteinszum innerlichen Gebrauche ein. Wir sehen aus dieser Aufzählungder Arbeiten, dass B. mit Recht zu den grössten Naturforschernseiner Zeit zu rechnen war und sich vollkommen frei vom alche-mistischen Treiben hielt.