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2 (1892)
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IV. Pharmakognosie.

dem zuletzt ein Tropfen Essigsäure zugesetzt wird, so lange wäscht, bissicli letzterer nicht mehr färbt, schliefslich absetzen läfst, den Alkoholabgielst und den Rückstand mit Chloralhydratlösung anrührt. Von derMasse bringt man dann etwas auf den Objektträger und fügt, wenn mandas Präparat aufbewahren will, später etwas Glycerin hinzu. Durchdieses Verfahren wird das Sekret entfernt, die Kutikula schwach gelbliehgefärbt, die Zellscheibe ganz farblos und leicht erkennbar.

Verunreinigungen, Verfälschungen und Wertbestimmung: Tn dem inangegebener Weise präparierten Lupulin erkennt man unter dem Mikro-skope leicht die unvermeidlichen Verunreinigungen, Bruchstücke desFruchtstandes und Sand oder Erde, und kann deren Menge schätzen.Will man den medizinischen Wert der Droge bestimmen, so wägt mandieselbe, trocknet sie über Kalk bis zum konstanten Gewichte, wägtwieder, um den Wassergehalt zu finden, zieht sie dann auf einen ge-wogenen Filter, dessen Aschengehalt bekannt ist, im Extraktionsapparatemit Chloroform völlig aus, trocknet den aus den sekretfreien Drüsen undden Verunreinigungen bestehenden Rückstand über Schwefelsäure bis zumkonstanten Gewichte und wägt ihn dann mit dem Filter. Zieht man dasGewicht dieser Rückstände vom Gewicht der trocknen Droge ab, so erhältman das Gewicht des Sekretes, des hauptsächlich wirksamen Bestandteilesund kann danach den Wert der Droge beurteilen. Um über den Gehaltan mineralischen Verunreinigungen ein Urteil zu gewinnen, kann mandann den Rückstand noch mit dem Filter verbrennen und so den Aschen-gehalt des Rückstandes bestimmen.

Chemie: Das Lupulin enthält im lufttrocknen Zustande etwa 2 %Wasser. Chloroform löst aus den Drüsen etwa 08 bis 75 % der luft-trocknen Drüsen heraus. Keller fand in möglichst gereinigtem, überSchwefelsäure getrocknetem Lupulin 12,082% in Wasser löslichen Extrak-tivstoff (der ganze Bitterstoff löst sich leicht in Wasser), 1,468 % Aschen-bestandteile, welche durch Wasser- ausgezogen werden könneu, 0,912 °/o mWasser unlösliche Aschenbestandteile, 12,016 % Zellwände, 73,529 % dannin Chloroform übergehenden Extraktivstoff, wenn man die mit Wasserausgezogene Substanz im Extraktionsapparate mit Chloroform be-handelt.

Der Geruch des Lupulius wird durch etwa 2,25 % eines ätherischenÖles verursacht, welches noch nicht genau untersucht ist. Es soll nebenKohlenwasserstoffen einen Körper enthalten, das Valerol, welcher leichtin Baldriansäure übergehen soll. Altes Lupulin riecht in der That nachBaldriansäure, und es ist auch aus Hopfenfruchtständen etwa 0,i % Bal-driansäure gewonnen worden. Der bittere Geschmack wird durch dasleicht in Wasser, doch auch in Äther lösliche Hopfenbitter hervor-gerufen, welches zu etwa 0,1 % m der Droge vorkommt. Die Haupt-masse des Sekretes der Drüse besteht aus wachsartigen Substanzen (Pal-mitinsäure Melissinester, palmitinsaures Myricyl) und Harzen.