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2 (1892)
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IV. Pharmakognosie.

meist losgelöst, so dafs sich zwischen Scheidewand und Samenschale einHohlraum (//) befindet. Die Sekretgänge der Fugenseite sind meist ver-hältnismäfsig grofs. Wie gesagt, liegen meist nur 4 grofse Sekretbehälter(öf) in der Scheidewand, selten und nur bei besonders grofsen Früchtennoch ein paar kleinere oder auch nur mehrere mittlerer Gröfse.

Wie die beschriebenen Partieen der Frucht im Längsschnitte orientiertsind, ist in der Fig. 629 dargestellt.

Die Perikarpwand besitzt eine äufsere Epidermis, deren Zellen (E,Fig. G43) kaum längsgestreckt, vieleckig und grofsenteils zu dickwandigen,einzelligen Haaren (//) ausgewachsen sind, welche eine körnige Kutikulabesitzen. Die innere Epidermis besteht, wie bei den vorher beschriebenenUmbelliferenfrüchten, aus quer gestreckten Zellen (Fig. 63!J; Fig. 643, Ei).

In der Nähe des Fruchtträgers, auf einem Streifen, welcher breiterist als der Fruchtträger, ist die innere Epidermis des Fruchtfaches kurz-zelliger, und ihre Zellen sind teilweise dickwandig und grob getüpfelt(Fig. 642). Dort liegen ferner, wie ich gleich bemerken will, unter derEpidermis zwei bis drei Lagen längs gestreckter, grob getüpfelter undverdickter Parenchymzellen, welche die in Fig. 638 mit ak bezeichnetePartie des Perikarps aufbauen. In das dünnwandige, längsgestreckteParenchym (p, Fig. 643), welches die übrige Perikarpwand bilden hilft,sind einesteils die durch Sekretlamellen quer gefächerten Sekretgänge,ferner in den Rippen ein Leitbündel eingelagert; letzteres gleicht demRippenbündel von Carum Carvi, nur ist es kleiner. Die Samenschale(Sa, Fig. 643) besteht, wie bei den anderen beschriebenen Umbelliferen-früchten, aus nur einer Schicht wohl erhaltener Zellen (Fig. 640) undeiner braunen, dünnen Schicht, die aus den Resten fast völlig zerstörterZellen des Integumentes zusammengesetzt ist.

Das Endosperm enthält in seinen Zellen Fett und Proteinkörner.Letztere enthalten kleine, kugelförmige Oxalatdruseu, welche innen einekleine Höhlung zeigen (Fig. 641, d). Sie treten deutlich hervor, wenn manSchnitte des Endosperms in Chloralhydratlösuug legt.

Chemie: Die deutschen (thüringischen) Anisfrüchte liefern nach denAngaben von Schimmel & Co. 2,4%, die mährischen 3%, die spanischen3 %, die levantischen 1,8 %, die russischen 2,8 % ätik Ol, welches bis zu90% aus dem den Anisgeruch wesentlich bedingenden Anethol und ferneraus einem linksdrehenden Terpen besteht. Die lufttrocknen Anisfrüchteliefern ungefähr 6,7 % Asche.

Geschichte: Der Anis wurde schon im Altertume als Gewürz ge-braucht.

Verwechselung: Es sind Früchte von Conium maculatum in deritalienischen Ware vorgekommen.