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IV. Pharmakognosie.
und -Huanoco. Die gelblichen Rinden gehen unter der BezeichnungCortex Chinae flavus Maracaibo und Puerto Cabello, und Cortex Chinaeregius. Da, wo sie verlangt wird, liefern die Drogisten auch eine CortexChinae ruber ver. Die Loxa-China hat ihren Namen von der Stadt Loxaoder Loja in Ecuador, deren Chinahandel schon im 18. Jahrhundert einegröfsere Ausdehnung hatte und eines besonderen Vertrauens gewürdigtwurde und in deren Umgebung man schon 1650 Rinden sammelte. Loja-China soll also eine Rinde sein, welche in der Umgebung von Loja ge-sammelt wurde. Guajaquil-China ist nach dem Ausfuhrhafen, Huanoco-China dagegen nach der gleichnamigen Binnenstadt Perus benannt. Die3 Sorten bestehen dem Handelsgebrauche nach aus jüngeren Rinden, wiesie früher von diesen Orten deshalb als beste Ware ausgeführt wurden,weil man vor der Entdeckung der Chinaalkaloide alle jüngeren Rindenfür wirksamer hielt als die Stammrinden. Die 3 Sorten sind meist Ge-mische von braun aussehenden Rinden verschiedener Species, unter denenmeist Cinchona officinalis L. und Cinchona micrantha Rz. et Pav. vor-kommen; eine nähere Charakteristik von irgend welcher Bedeutung läfstsich deshalb von der Handelssorte nicht geben. Die Händler in Süd-amerika, London, Hamburg und scbliefslich Deutschland suchen eben dieRinden unter ihrem Warenvorräte aus, welcher unter dem Namen Loja-Rinde etc. Käufer finden und bieten sie unter diesem Namen an, unbe-kümmert darum, woher und von welcher Species sie stammen. Ganzähnlich verhält es sich mit den gelben Bindensorten des Handels, vondenen die China regia noch später besprochen werden soll, während vonden anderen nur zu erwähnen ist, dafs sie gelbe, dickere, ältere Etindensind, welche teilweise von Cinchona lancifolia Mutis abstammen. CortexChinae ruber stammt wohl meist von wild erwachsener oder kultivierterC. succirubra.
Ein weiteres Eingehen auf diese und andere Sorten, welche dieDrogisten oder gar die älteren Pharmakognosieen, letztere oft nach ver-einzelten alten Sammlungsobjekten, nennen, hat keine praktische undkeine wissenschaftliche Bedeutung.
Da es weder möglich ist, die Stammpflanze der eine ihrer Ab-stammung nach unbekannte Handelssorte zusammensetzenden Binden sicheranzugeben, noch möglich aus dem Aussehen der Sorte den Chinin- resp.Alkaloidgehalt zu schätzen, welcher doch hauptsächlich für den Wert derRinde mafsgebend ist, so würde es für den Apotheker das Zweckmäfsigstesein, wenn derselbe nur Rinden einer bestimmten kultivierten Species, /.. B.Rinde von kultivierter Cinchona succirubra, oder von Cinchona LedgerianaMoens von bestimmtem Alkaloidgehalt führte und wenn die Arzte nursolche verschrieben, da sich nur so annähernde Einheitlichkeit in der Be-schaffenheit der dispensierten Arzneien erreichen liefse. Die deutschePharmakopoe hat zu diesem Ziele erst einen Schritt gemacht und müfstein ihren Forderungen noch schärfer sein.