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Toxicologische Tabellen oder tabellarische Uebersicht der Gifte, der Symptome, die sie hervorbringen, der Behandlung der Vergiftungen, der Auffindungsweise der Gifte, u.s.w. : nach den neuesten Entdeckungen und Berichtigungen entworfen
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III, Thierische Gifte, a. Durch Krankheit in Thierkörpern entstandene Gifte.

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Namen der

Gifte.

Anthrax-

Milzbrand-giß-

Gift der

schwarzen

bösartigen

Blatter.

Sjmp

tome der Vergiftung.

Behandlung der Vergiftung.

Die Pathologen nehmen 4 Perioden der durch dasGift milzbrandkranker Thierc erzeugten bösartigenBlatter an, deren nähere Bezeichnung für die Be-handlung von Wichtigkeit ist.

Die erste Periode bietet folgende Symptomedar: leises Jucken, lebhaftes, aber vorübergehendesStechen, Lösung des Oberhäutchens, Bildung eines serö-sen Bläschens von der Gröfse eines Hirsekorns; dasJucken kehrt wieder, das Bläschen öffnet sich, oderder Kranke zerreifst es, wahrend er sich kratzt; Aus-fliefscn einiger Tropfen röthlichen Serums; Aufhörendes Juckens für einige Zeit. Diese Periode dauertmeist 24 Stunden.

Zweite Periode. Es bildet sich ein kleiner Kernder Anschwellung, von Gestalt und Umfang einer Linse,ohne Veränderung der Hautfarbe, wenn nicht inder Mitte, unter dem Bläschen. Dabei lebhaftes Juk-ken, Brennen, Hitze, Beifsen, und Verbreitung derGeschwulst; es bildet sich ein Kreis, bald blafs, baldröthlich, bald gelb um die Geschwulst, oder die Hautscheint gespannt glänzend und mit kleinen, anfangsgetrennten, dann sich vereinigenden Bläschen bedeckt.Zugleich wird der Kern, oder das mittlere Knötchenbraun, oder schwarzlich, unempfindlich und schorfar-tig. Dieser Zeitraum dauert gewöhnlich nur wenigeStunden.

Dritte Periode. Die brandige Stelle verbreitetsich rasch und furchtbar, indem sie einen grofsenschwarzen Hof bildet; der blasige Kreis dehnt sichaus, und erhöht sieh; anstatt der Hitze und des bren-nenden Schmerzes tritt Taubheit, Unempfindlich Lei!und ein Gefühl von Schwere ein. Gleichzeitig erschei-nen allgemeine Zufalle, und es dauert diese Periodebis 5 Tage und mehr, wenn der Brand sich beschrankt,und der Schorf sich abstöfst.

Vierte Periode. Die Krankheit entscheidet sichzur Besserung, oder zum Tode. Im ersten Falle bil-det sieh ein entzündlicher hoehrother Kreis um dieGeschwulst, der Puls hebt sieh, der Theil wird wie-der warm, die Kräfte kehren wieder, es tritt gutar-tige Eiterung ein ; die Natur hat über den Krank-

Artu.Weised.Wirkung.

Sc arif ication e n und Aetzmittel sind nachden meisten Erfahrungen die sichersten Mittelzur Verhütung eines bösen Ausgangs dieser gefahr-liehen Krankheit.

Die Searificationen müssen in den ersten zwei Pe-rioden angewendet werden; dürfen weder zu ober-flächlich, noch zu tief Sern, sondern müssen genaudas ergriffene, abgestorbene Gefüge betreffen, dürfenaber nicht über das Todte hinausreichen.

Als Aetzmittel empfehlen sich besonders der Salz-säure Spiof Sgl anz , oder die Sp i e f s g lau z b u t-ter, und das Aetzkali; ersteren bringt man mit-telst eines Charpiepfropfens, letzteres mittelst einesgefensterten Pflasters in das geöffnete, und seinesSerums enlleerte Bläschen, oder in die Scarificalions-Wunde, Nach 5 — 6 Stunden nimmt man den Ver-band ab, und erneuert das Aetzmittel, wenn nochHarte und in der Umgebung noch Bläschen vorhan-den sind; verbindet aber die geatzte Stelle mit Di-gestivsalbe, wenn diese fehlen und dcrKranke keinenbesondern Schmerz fühlt.

Auch in der dritten Periode sind die oben ange-führten die einzig sichern Heilmittel, nach dem Zeug-nisse der besten Practiker; da die GesellWillst unddas brandig Abgestorbene, der Schorf, schon einenbedeutenden Umfang gewonnen haben, so kommt allesdarauf an, die Searificationen lang und lief genug zumachen, damit die Aetzmittel wirken können. Ebensoverhalt es sich mit der vierten Periode, obgleich dieMittel dann schon weit weniger wirksam sind.

Erweichende Umschlage und antiphlogistische Be-handlung sind ge gen a 11 g c ze i gt; dagegen passen be-lebende Fäulniiswidrige Verbandmil.tei, Camphorwcin,Chinapulver, Digestivsalbe, Myrrhenessenz, balsamumcommendatoris, u. s. w.

Greift die bösartige Blatter das Allgemeinbefindenan, so verfahrt man hier nach allgemeinen Regeln:meistens tritt die Behandlung der Nerven- und Faul-lieber ein; bei sordibus sastricis ein Brechmittel; dannChina, Mineralsäuren, flüchtige Reizmittel nach Um-ständen ; strenge Diät bis zur acute, und säuerlichesGetränk.

Leichenbe-fund,

Brand derHaut u. desdarunterlie-genden Zell-gewebes ,nebst Ver-gauchung.

DasGift,wel-ches von ei-nem mitMilz-brand odermit einembösartigenFaul - oder

Karfunkelfie- ^^^^^^^^^her behafteten Thiere her-rübrtjbringt, so wie es mit ei-nemTbeile dcsKorpcrs inBe-rührung kömmt, in kurzerZeit eine Reaction hervor,die entweder stark genugist, die heftige assimilirende,Fäulnifs und Absterben er-zeugende "Wirkung zu be-schränken, oder die nichtstark genug ist, dafs ohneKunsthülfe der Organismusdem fortschreitenden GangedesBrandigwerdens Schran-ken setze. Es wird nichtabsorbirt, sondern die all-gemeinen Symptome, die eshervorbringt, sind Folge desörtlichen Leidens. Es er-zeugt in den Bläseben eineFlüfsigkeit, die eine ähn-liche Eruption bei anderenIndividuen hervorzubringenim Stande ist. In den Ma-gen gebracht, scheint eskeine" Wirkung auf den Or-ganismus zu haben; wenig-stens sind viele Fälle be-kannt, wo Personen, unbe-schadet ihrer Gesundheit,von milzbrandigem ViehFleisch genosssen haben.—Das Gift überträgt sich heiheifsem Wetter leichter, u,

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