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Lehrbuch der Pharmacognosie des Pflanzen- und Thierreichs : im Anschluß an die 2.Ausg. der Pharmacopoea Germanica für Studirende der Pharmacie, Aphotheker und Medicinalbeamte
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B. Drogen aus der Abtheilung der Gefässpflanzen.

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Querdurchmesser und höchstens 3 cm Länge dar, welche in ausgesuchter

Sorte durchscheinend klar, hellgelblich bis bräunlich und gewöhnlichpulverig bestäubt sind. Sandarak hat 1,038—1,092 spec. Gew., ist sprödeund härter als Gyps, den er ritzt, während er selbst sich zwar nichtmit dem Fingernagel, wohl aber mittelst Kalkspath ritzen läset. Gute,cylindrische Stücke geben einen glasglänzenden, muscheligen, scharf-kantigen Bruch und entwickeln beim Erwärmen über 100" C. einenaromatischen, nicht besonders angenehmen Geruch. Der Geschmackdes Sandarak ist bitterlich gewürzhaft. Zwischen den Zähnen zerfälltdas Harz beim Kauen körnigsandig.

Chemie: Sandarakharz schmilzt unter Aufblähen bei 135° C. undverbrennt an der Luft bei stärkerer Erhitzung ohne Rückstand. Es istin heissem absolutem Alcohol, Aether, Amylalcohol und Aceton leicht;nur zum Theil in Chloroform, Schwefelkohlenstoff und ätherischenOelen, gar nicht in Petroleum und in Benzol löslich. SiedenderSchwefelkohlenstoff entzieht dem Sandarak ein bei 50° G. klar schmel-zendes Harz. Auch kochende Natriumcarbonatlösung nimmt einenTheil des Sandaraks auf. Die Droge besteht aus einem Bitterstoff undeinem Gemenge von drei mit a, ß und y bezeichneten Harzen. Dererstere ist in Wasser und verdünnten Säuren löslich. Aus der amrno-niakalisch gemachten wässerigen Lösung fällt ihn Gerbsäure aus. D' 1 'drei Harze gehören nach Hlasiwetz zu den Harzen von der Formel(C 10 H lß 0 3 ) + 30 = (C 20 H 3n 0 2 )H 2 0. Das /-Harz, von Giese mit demNamen Sandaracin belegt, lässt sich aus der alcoholischen Lösungdurch Kali ausfällen und aus dem gereinigten Niederschlag mittelstSalzsäure als ein weisses, schwer schmelzbares Pulver gewinnen. Das«-Harz ist in Alcohol von 60 pc. und auch in Terpenthinöl löslich.

Verwechselungen: Von Mastix und Olibanum ist die Droge leicht z uunterscheiden. Mastixkörner schmelzen schon bei 103—108° C. und erweich« 11beim Kauen zwischen den Zähnen zu einer plastischen Masse von kaum bittere 111Geschmack. Olibanumkörner unterscheiden sich durch ihr trübe durchsehe''nendes, gelblich- bis röthlich weisses Aussehen, ihren wachsglänzenden Bruch undden bitterlich aromatisch und zugleich schleimigen Geschmack. Beim Kauenwerden sie wie Mastix knetbar.

Handel: Das Sandarakharz wird aus dem Hafen von Mogado*jährlich zu 3—400 000 kg ausgeführt.

Verwendung: Früher war die Droge zur Bereitung des EmplastrumMezerei oantharidatum vorgeschrieben, jetzt dient sie ausschliesslich &uRäucherungen und zur Herstellung von Firniss.