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Lehrbuch der Pharmacognosie des Pflanzen- und Thierreichs : im Anschluß an die 2.Ausg. der Pharmacopoea Germanica für Studirende der Pharmacie, Aphotheker und Medicinalbeamte
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107
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Lignum Guajaci. Guajakholz.

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Anatomie: a. Lupenbild. Auf dem Querschnitt erkennt manim Splint- wie im Kernholz concentrische, ringförmige Schichten, derenMittelpunkt nicht immer in der Axe des Stückes liegt. Mit der Lupeunterscheidet man sehr sehmale, dicht stehende Markstrahlen, welcheden Querschnitt in radialer Richtung durchziehen und in den Holz-strahlen lassen sich die Lumina von weiten Gefässen bis zum Centrumhin verfolgen. Schlagt man in radialer oder tangentialer LängsrichtungTheile der Stücke ab, so erhält man ganz unebene Spaltflächen, aufwelchen wieder ein welliger Verlauf der Gewebselemente hervortritt.Dieselben ziehen auch hier theils in parallelen Zögen geschlängelt ab-wärts, theils verflechten und durchsetzen sie sich in tangentialer undauch in radialer Richtung.

b. Mikroskopie. Das Kernholz zeigt im Querschnitt feine, dicht-stehende, fast parallellaufende, einreihige, hellgefärbte Markstrahlen,deren Zellen radial gestreckt sind. Die dazwischen liegenden Holz-strahlen bestehen hauptsächlich ans sehr verdickten Holzprosenchym-zellen, die in der Längsrichtung geschlängelt sind und deren geringesLumen Harz enthält. In das Prosenchymgewebe sind dickwandigeTüpfelgefässe vereinzelt eingelagert. Das Lumen derselben ist häufigso gross, dass das einzelne Gefäss den Kaum zwischen zwei Markstrahlenganz einnimmt und hin und wieder sogar sich über den Querdurch-messer von zwei Holzstrahlen ausdehnt, so dass ein Markstrahl an dem( '"lasse endigt oder sich um dasselbe herumbiegt. Vielfach ist dasHolzprosenchym in tangentialer Richtung durch Holzparenchym unter-brochen. Diese Parenchymzellen bilden auf dem Querschnitt im Grossenu nd Ganzen ziemlich regelmässige Hinge, die zwar häufig durch Gefäss-lumina unterbrochen werden, doch aber die makroskopisch sichtbare,c oucentrische Schichtung veranlassen. Wahre Jahresringe sind nichtv orhanden. In den Gefässen, den Markstrahlen, dem Holzparenchymll nd auch im Prosenchym des Kernholzes ist Harz abgelagert. In denZellen des Parenchyms und der Markstrahlen lässt sich auch StärkemehlUnd hie und da auch Calciumoxalat in Krvstallen erkennen. Abb.% A. T. 27. F. G4.

c Präparation. Das harte Holz lässt sich, wenn es einige Zeitin Ammoniakwasser gelegen hat, gut schneiden. Zur genaueren Ver-folgung isolirt man zweckmässig die Gewebselemente mittelst Schultze'sReagens und färbt dieselben nachher je nach Bedürfniss mit Jod oderAnilin.

Chemie: Der Hauptbestandteil des Holzes ist das Guajakharz,Solches im Kernholz reichlich und nur sehr spärlich im inneren Theilues Splintholzes enthalten ist.

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