Seeale cornutum. Mutterkorn.
machen. Der violettrothe Thallus dieser Alge ist 5—8 cm lang, treibt cylindrische,dichotomisch getheilte, abstehende Verzweigungen und seitlich horizontale, dorn-förmig spitze Aeste. Die Cystocarpien sind kugelig, sitzend und dünn, die ge-trocknete Alge bräunlich gefärbt. Gegen Wasser verhält sie sich ähnlich wieechtes Carrageen, die Gallerte ist aber undurchsichtig, weisslich und wenig con-sistent. Die Asche beträgt 16 pc. und soll jodfrei, aber sehr reich an Sulfat undCarbonat des Calciums sein.
Handel: Leider geben die statistischen Uebersichten des hambur-gischen Handels nur die Gesammteinfuhr des irländischen und islän-dischen Mooses an. Diese hat gegen die vorhergehenden Jahre zuge-nommen und betrug im Jahre 1882 im Ganzen 267 800 kg.
Verwendung: Das Carrageen findet als reizmilderndes, schleimigesMittel hin und wieder Anwendung.
Präparate: Nur Gelatina Carrageen ist officinell.
Seeale cornutum.
Mutterkorn.
Das Mutterkorn, dessen medicinische Verwerthung bis in dieältesten Zeiten zurückreichen soll, während seine giftige Wirkung erstim 17. Jahrhundert als die Ursache verheerender Epidemien erkanntwurde, stellt das zweite Entwickelungsstadium, das sog. Dauermyceliumvon Claviceps pupwea Ttjlasne, einem Pilze aus der Gruppe derPyrenomyceten dar. Es entwickelt sich in den Aehren vieler Gra-mineen und einiger Cyperaceen, gedeiht aber, besonders in nassen Jahren,sehr ausgiebig auf nachlässig angebautem Roggen, von welcher Ge-treideart die officinelle Droge allein gesammelt werden soll. Bschr.Lrs. Pf. S. 60. Abb. ebenda Fig. 37—42; Bg. u. S. T. 32 c. Btl. a.Tr. T. 303. N. v. E. Suppl. T. 1. Der enorme medicinische Ver-brauch des Mutterkorns wird ermöglicht durch sein weit verbreitetesund in manchen Ländern ausserordentlich reichliches Vorkommen. SeinVerbreitungsbezirk dehnt sich von China und Ostindien westwärtsüber Asien, Nord-Africa, Europa und Amerika aus und geht vom10° südl. Br. (Peru) nordwärts bis zum 69° nörd. Br. (Norwegen).Aussehen: Das einzelne Mutterkorn ist etwa 4 cm lang undhöchstens 6 mm dick, schwach bogenförmig gekrümmt, stumpf drei-kantig mit abgerundeter Basis und stärker verjüngter Spitze, welcheletztere bisweilen noch ein weissliches Anhängsel, das sog. Mützchen,trägt. Seine drei Aussenflächen sind bis auf die hellere Basis dunkelviolett oder schwarz gefärbt, matt bereift und zeigen oft je eine quer-rissige, ins Innere eindringende Längsfurche. Frisch ist es etwaselastisch und biegsam, getroknet dagegen spröde, leicht- und eben-
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