Erkennung der Blutflecken.
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Endlich kann das Spectroskop zum Nachweise von Blausäureim Blute benutzt werden. Es vereinigt sich nämlich der Cyanwasser-stoff mit dem Methämoglobin zu einer rothen Verbindung — Cyan-methämoglobin —, welche im Blute von mit Blausäure Vergiftetenenthalten ist und sich vom Oxyhämoglobin und dessen Modificationen,soweit diese roth gefärbt sind, dadurch unterscheidet, dass sie imSpectroskop weder das Spectrum des Oxyhämoglobins, noch dasjenigedes alkalischen, rothen Methämoglobins, noch sonst ein charakteristischesAbsorptionsband zeigt. Diesem Cyanmethämoglobin verdankt das Blutnach Blausäurevergiftung an den Stellen, wo (wie z. B. in den Magen-wandungen und in den Leichenfiecken) Gelegenheit zur Entstehungvon Methämoglobin ist, seine auffallend hellrothe Farbe. Da sichnun der normale Blutfarbstoff, das Oxyhämoglobin, ausserordentlichleicht in Methämoglobin umwandeln lässt, so kann Blausäure sowohlim Blute wie auch mittelst Blut folgendermaassen nachgewiesen werden.
Um Blausäure im Blute nachzuweisen, verdünnt man nachK. Kobert 1 ) 1 com davon mit 99ccm destillirtem "Wasser und setzt
rothe Farbe bewahrt hatte, durch das Spectroskop und die Natronprobe noch gansbestimmt, nach Verlauf von 18 Monaten, das Kohlenoxyd erkennen. Ja seihst nachzwei Jahren hat man auf dem angegebenen Wege das Kohlenoxyd in einem Blutenoch nachweisen können, welches in einer gefüllten und verschlossenen Flasche, zurVerhütung der Fäulniss, aufbewahrt war.
Eine vortreffliche grössere Arbeit über den oben beregten Gegenstand hatA. Jäderholm veröffentlicht. Sie führt den Titel: „Die gerichtlich-medicinischeDiagnose der Kohlenoxydvergiftung" und ist als deutsche Originalausgabe 1870 imVerlage von J. Springer erschienen. Denselben Gegenstand hat J. v. Fodor inausführlicher Weise in einer Abhandlung: „Das Kohlenoxyd in seinen Beziehungenzur Gesundheit" behandelt, welche in der deutschen Vierteljahrsschrift für öffentlicheGesundheitspflege, Bd. 12, S. 377 erschienen ist.
Begreiflich lässt sich auch umgekehrt Kohlenoxyd in Luft mittelst Blut nach-weisen, worauf zuerst Vogel aufmerksam gemacht hat; ja dieser Nachweis ist sogar,was Sicherheit und Einfachheit anbelangt, allen anderen Methoden vorzuziehen. Manverfährt dazu in der Weise, dass man eine mit Wasser gefüllte Flasche in dem 'lasGas enthaltenden Zimmer entleert, 2 bis 3 cem eines sehr stark mit Wasser ver-dünnten Blutes, welches eben nur noch einen Stich ins Rothe, dabei aber dieAbsorptionsstreifen des Oxyhämoglobins im Spectroskope bei Reagensglasdicke nochdeutlich zeigt, zusetzt und einige Minuten schüttelt. Bei Kohlenoxydgehalt der Lufttritt sofort eine Farhenänderung in Rosa ein, und auf Zusatz von einigen TropfenSchwefolammnnium verschwinden die beiden Absorptionsstreifen nicht. während die-selben bekanntlich in kohlenoxydfreiem Blute bei dieser Reaction durch ein breites,verwaschenes Band (Fig. 23, 4) ersetzt werden. Auf diese Weise lassen sich nachVogel's Angabe noch deutlich 0,25 Proc. Kohlenoxyd nachweisen; eine Steigerungder Empfindlichkeit durch Anwendung grösserer Luftvolume ist nicht erreicht worden.Näheres über den Nachweis von Kohlenoxyd mittelst Blut findet sich u. A. in derAbhandlung von W. Hempel: „Ueber die Grenze der Nachweisbarkeit des Kohlen-oxydgases" (Zeitschr. f. analyt. Chem. XVIII, 399) und in der von C. H. Wolff:„Ueber den Nachweis minimaler Mengen von Kohlenoxyd in der atmosphärischen Luft"(Pharm. Zeitschr. 1880, S. 268).
') Ueber Cyanhämoglobin und den Nachweis der Blausäure. Stuttgart, Fer.l.Enke, 1891.