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Anleitung zur Ausmittelung der Gifte und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen
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Erkennung der Blutflecken.

stoff charakteristischen Absorptionsstreifen zeigen, zu erhalten. Dazukommt, dass alte Blutflecken Lösungen liefern, welche die Oxyhämo-glohinstreifen entweder gar nicht oder nur sehr undeutlich zeigen.Ich konnte aus hei gewöhnlicher Temperatur eingetrocknetem Hühner-blute, welches etwa ein Jahr in einem gut verschlossenen Gefässe auf-bewahrt war, keine Lösung erhalten, welche mittelst des Spectral-apparates die Hämoglobinstreifen erkennen Hess, während sich auseiner minimalen Menge desselben mit der grössten LeichtigkeitTausende von Häminkrystallen darstellen Hessen. Auch Gorup-Besa-nez giebt an, dass Lösungen von nur einige Wochen alten Flecken die()xyhämoglobinstreifen nicht mehr zeigen. Gekochtes, nicht lösliches,chemisch zersetztes Blut kann selbstverständlich die Absorptionsstreifenebenfalls nicht mehr geben, gefrorenes und wieder aufgethautes Blutgiebt dieselben. Es ist wohl kaum nöthig zu sagen, dass, wenn mandie spectralanalytischen Versuche anstellen will, sie die ersten sind,welche angestellt werden; nach denselben kann man die Lösungen zurBildung von Häminkrystallen u. s. w. benutzen.

Ganz vortrefflich eignet sich das Spectroskop zum Nachweisvon Kohlenoxyd im Blute bei Vergiftungen mit dem Gase. BasKohlenoxyd geht nämlich mit dem Hämoglobin eine Verbindung ein,Kohlenoxydhämoglobin genannt, welche weit beständiger als diedes Blutfarbstoffes mit Sauerstoff ist, kirschroth, nicht dichroitischerscheint und im Spectrum zwei dem Oxyhämoglobin sehr ähnliche,nur etwas näher an einander und zum Violett hin liegende Absorptions-streifen zeigt. Sie sind in Fig. 23, 3 dargestellt. Leicht erkennt mandas Kohlenoxydhämoglobin jedoch daran, dass reducirende Substanzen(Schwefelammonium u. s. w., s. o.), welche auf das Oxyhämoglobineinwirken, d. h. die für diese Verbindung charakteristischen Streifenauslöschen, auf das Kohlenoxydhämoglobin ohne Wirkung sind, diesesnicht in „reducirtes" verwandeln (Hoppe - Seyler). Ein ferneresgutes Erkennungsmittel des Kohlenoxydhämoglobins gegenüber demOxyhämoglobin besteht in der Natronprobe l ). Eine zehnprocentigeAetznatronlösung zu einer Lösung von jenem hinzugefügt, erzeugt nachkurzem Erwärmen eine zinnoberrothe Färbung, während unter den-selben Bedingungen eine Lösung von Oxyhämoglobin eine schwarzbraun-grünliche Färbung annimmt. Die spectralanalytische Untersuchungund die Natronprobe lassen sogar noch 1 / 10 Proc. Kohlenoxydhämo-globin im Oxyhämoglobin erkennen. Wegen seiner grösseren Beständig-keit widersteht das Kohlenoxydhämoglobin äusseren Einflüssen, so auchder Fäulniss, weit länger als Oxyhämoglobin 2 ).

') Man wende keinen zu grossen Ueberschuss des Keductionsmittels an, weildadurch Zersetzungen des Hämoglobins herbeigeführt werden und dann die Streiten,welche die Gegenwart von „reducirtem Humatin" charakterisiren, im Spectrum erscheinen.

*) L. Landois konnte in devn Blute einer an Kohlenoxydvergiftung gestorbenenFrau, welches in stinkendste Käulniss übergegangen war, aber trotzdem seine kirsch-