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Emplastra.
erkalteten Pflaster unter Rühren zugesetzt werden. Sehr häufig werden Gummi-harze, wie Ammoniacum und Galbanum, in Terpentin gelöst, einer Pflastermassezugesetzt. Die Gummiharze werden in gereinigter Form, zerkleinert oder ge-pulvert, mit dem Terpentin (und auch wohl mit einem kleinen Zusätze einesGemisches aus gleichen Theilen Wasser und Weingeist) im Wasserbade ge-schmolzen, durch Umrühren gehörig vertheilt und dann mit der halberkaltetenPflastermasse unter Umrühren gemischt.
Unter halberkalteter Pflastermischung versteht man eine solche, welchenoch warm und flüssig, also ziemlich von dem Punkte entfernt ist, zu erstarren.Die Temperatur einer halberkalteten Pflastermischung liegt ungefähr zwischen€0 und 70° C. Enthält eine zum Ausrollen bestimmte Pflastermasse Wachs, somuss sie nach ihrer Herstellung bis zum Erstarren gerührt werden. Im anderenFalle erstarrt sie bröckelig und kann dann nur sehr schwer ausgerollt werden.
Im Allgemeinen gilt es als Grundsatz, alle Bestandtheile eines Pflasters inder erreichbar reinsten Form anzuwenden. Man benutzt also z. B. filtrirten Talgund filtrirtes Wachs, gepulvertes Kolophonium, gereinigte Gummiharze. Nichts-destoweniger aber pflegt man ausserdem noch die Pflastermassen durch nichtallzufeine Gaze, oder besser noch durch wollenes Kolirtuch zu koliren. Unreinig-keiten, welche sich auf diese Weise (z. B. bei Empl. Plumbi simpl.) nicht ent-fernen lassen, beseitigt man durch Absetzenlassen. Nach dem Erkalten derPflastermasse schabt man die Verunreinigungen enthaltenden unteren oder oberenSchichten mit einem Messer ab.
Da für die Klebkraft und Haltbarkeit eines Pflasters die Abwesenheit vonWasser bez. Feuchtigkeit wesentlich ist, so sucht man möglichst wasserfreie Sub-stanzen anzuwenden, z. B. filtrirtes Wachs. Pflanzen- oder Thierpulver ver-wendet man aus dem gleichen Grunde in getrocknetem Zustande. Ueber dasHerausschaffen von Wasser aus Pflastermassen s. w. unten.
Das Auswaschen und Malaxiren der Pflaster. Einige Pflaster, bei deren Dar-stellung Glycerin gebildet wird, müssen von diesem durch Auswaschen befreit werden.Dies geschieht dadurch, dass man die noch halbilüssige Pflastermasso in warmes Wassereinträgt und unter wiederholter Erneuerung des letzteren so lange bearbeitet, bis dasPflaster auf frisch auseinander gezogener Fläche nicht mehr süss schmeckt. Durch Aus-waschen mit 25proc. Alkohol können die letzten Reste von Glycerin weggeschafft worden.Das ausgewaschene Pflaster muss dann in der Regel nochmals geschmolzen und durchErwärmen im Dampfbade vom beigemengten Wasser befreit werden (s. hierüber Empl.Lithargyri).
Würde man ein so geschmolzenes Pflaster einfach erstarren lassen, so würde eseine körnig-krystallinische Structur annehmen und sich in diesem Zustande zum Aus-rollen nicht eignen. Man unterwirft daher das halb erkaltete Pflaster einer knetendenBearbeitung, welche „Malaxiren" genannt wird. Durch dieselbe wird erreicht, dassdas erkaltete Pflaster eine zähe plastische Beschaffenheit annimmt, welche es zum Aus-rollen geschickt macht.
Beim Auswaschen und Malaxiren der Pflaster darf niemals die dünnflüssige Massein kaltes Wasser gegossen werden, sondern man rührt die Masse, bis sie anfängt dicklichzu werden, und bringt sie nun auf nasses, auf einen ebenfalls genässten Tisch ausgebreitetesPergamentpapier, hier das Malaxiren ausführend; es wird durch diese Methode desMalaxirens ein Uebermass von Wasser und trotzdem jedes Ankleben vermieden. Nachdiesem wird man zweckmässig, falls man also das Pflaster mit der Hand ausrollen will,gleich mehrere Stücke, z. ß. ä 60 gr schwer, abwägen, und damit sie nicht völlig erkalten,in lauwarmes Wasser legen, um sie schnell hinter einander auszurollen.
Das Formen der Pflaster. Zur Abgabe der Pflaster an das Publicumbringt man sie entweder in die Form von Stangen oder von Tafeln oder manstreicht sie über einer Unterlage aus.
a) Pflaster in Stangen. Für diese Form eignen sich nur solche Pflastermassen,welche die Stangenform bei gehöriger Behandlung dauernd beibehalten. Nicht geeignetzum Formen in Stangen sind stark harzhaltige Pflaster.
Das Formen der Pflaster in Stangen erfolgt im Kleinbetriebe durch das Aus-rollen mit der Hand. Hierzu bedient man sich eines glattgehobelten Brettes aus