Emplastra.
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Emplastra.
Pflaster; Emplätres; Plasters.
In Tafeln, Stangen oder Stücke verschiedenster Form gebrachte oderauf Stoff gestrichene, zum äusserlichen Gebrauche bestimmte Arzneimittel,welche aus einer aus Oel, Harzen, Wachs oder Fett durch Kochen oderZusammenschmelzen mit anderen Körpern erhaltenen, harten oder knet-baren Grundmasse mit oder ohne weitere Zusätze bestehen.
Zu ihrer Darstellung werden, soweit etwas anderes nicht vorge-schrieben ist, die schwerer schmelzbaren Bestandtheile zuerst für sichgeschmolzen, dann die leichter schmelzbaren zugesetzt, und der halb er-kalteten Masse die gut getrockneten, pulverförmigen, sowie die flüchtigenStoffe und anderen Zusätze durch Rühren beigemischt. Das Kühren istso lange fortzusetzen, bis die Masse so dick geworden ist, dass die ein-zelnen Bestandtheile sich nicht wieder absondern. Darauf ist die Massein die entsprechende Form zu bringen.
Sind gestrichene Pflaster ohne Angabe der zu verwendenden Pflaster-menge verordnet, so soll die Dicke der Pflasterschicht in der Regel 1 mmnicht überschreiten.
Pflaster nennt man in der pharmazeutischen Praxis plastische und klebendeSubstanzen, welche eine härtere oder zähere Consistenz als die Salben haben,und dazu dienen, über Zeug oder Leder in dünner Lage ausgestrichen, auf dieäusseren Theile des menschlichen Körpers zu gewissen Heilzwecken gelegt zuwerden. Bestandtheile der Pflaster sind Wachs, Gummiharze, Fette, mit Blei-oxyd gekochte Fette und ähnliche Substanzen.
Darstellung. Die Darstellung der Pflaster erfolgt in der Regel durch Zu-sammenschmelzen der einzelnen Bestandtheile in kunstgerechter Weise. AlsRegel ist aufzustellen, dass bei der Pflasterbereitung jede über das nothwendigeMaass hinausgehende Erhitzung vermieden werden soll. Daher verflüssigt manalle unterhalb 100° C. schmelzenden Bestandtheile grundsätzlich durch Erhitzenim Dampf- oder Wasserbade.
Zu diesen gehören: Gera, Cetaceum, Elemi, Besina Pini, Ol. Cacao, Sebvm.Stearinum, Pix navalis, Emplastr. Plumbi Simplex, Terebintluna u. s. w. Dagegenpflegt man Kolophonium, Dammarharz und Asphalt unter Vermeidung zu hoherErwärmung über freiem Feuer zu schmelzen, weil die Wärme des Wasser- oderDampfbades zur Schmelzung dieser Substanzen nicht hinreicht. Während desErwärmens über freiem Feuer sind die schmelzenden Substanzen, um ein An-brennen oder Ueberhitzen zu vermeiden, umzurühren.
Feste Substanzen, welche schwierig oder nicht schmelzbar sind oder flüch-tige Stoffe enthalten, z. B. Myrrha, Mastix, Sandarak, Benzoe, Olibanum, Bern-stein, Seife, Opium, Pflanzenpulver etc., werden in feinster Pulverform den ge-schmolzenen, nicht zu heissen Pflastermassen zugesetzt und durch Umrührendamit vereinigt. Kampher, flüchtige Oele, Perubalsam und ähnliche werdenstets der halb erkalteten Masse zugesetzt. Kampher wird zuvor mit etwas fettemOele oder Weingeist zerrieben, oder in etwaigen flüssigen Bestandtheilen desPflasters gelöst. Extrakte müssen zuvor mit etwas Terpenthin und einigenTropfen Wasser oder verdünntem Weingeist besonders gemischt und dem halb-