Balsamum peruvianum.
371
mit Ricinusöl nicht anzunehmen, da ein mit Ricinusöl versetzter Perubalsamseine Flüssigkeit bald einbüsst. Dagegen bilden Benzoe, Tolubalsam und Styraxsehr beliebte Verfälschungsmittel, da sie dem Balsam chemisch nahe verwandteStoffe sind, die vor allen Dingen den angenehmen und charakteristischen Ge-ruch des Balsams wenig verändern. Die übrigen Stoffe, besonders die Coniferen-produkte alteriren, in einiger Menge zugesetzt, den Geruch.
Zu Beginn der Untersuchung eines eingekauften Balsams ist bei der Vor-prüfung grosses Gewicht auf die oben aufgeführten physikalischen Eigenschaftendes Balsams zu legen. Vor allen Dingen ist das spezifische Gewicht sorgfältigzu bestimmen: alle bekannten Fälschungsmittel drücken das spezifische Gewichtherab, nur ungelöster Tolubalsam und ungelöste Benzoe erhöhen dasselbe, in-dessen macht schon ein geringer Benzoezusatz den Balsam stark zähflüssig.Ferner ist die Consistenz des Balsams von "Wichtigkeit. Wie oben gesagt, soller keine Fäden ziehen beim Tröpfeln, beim Herabfallen, auch aus geringer Höhe,sollen die Tropfen sofort auseinanderfliesseu. Tolubalsam, Benzoelösung, Styrax,Copaivabalsam, Gurjunbalsam und Pinusharze machen den Balsam zähflüssig undfadenziehend. Ferner wird die Farbe durch alle Verfälschungen in's Brauneverändert, Auf den Geruch und Geschmack ist weniger Gewicht zu legen, daes hier zu sehr auf die individuelle Empfindlichkeit des verwendeten Organesankommt, indessen sind Copaivabalsam, Terpentine und ätherische Oele leichtherauszuschmecken.
Für die spezielle Untersuchung schreibt das Arzneibuch folgende Pro-ben vor:
1. Prüfung mit Schwefelkohlenstoff. Perubalsam hinterlässt nachBehandlung mit Schwefelkohlenstoff 11 —16 Proc. Harz. Styrax, Colophonium-extrakt (eingedampfte alkoholische Lösung), Copaivabalsam, Ricinusöl würdensich völlig lösen, sodass ein auffallend niedriger Harzgehalt Verdacht erweckenkann; Benzoeextrakt (eingedampfte alkoholische Lösung) hinterlässt 60 Proc.Harz, es würde also ein erheblich höherer Harzgehalt als 16 Proc. den Verdachtauf Benzoe lenken. — Wenn die vom Harz abgegossene Schwefelkohlenstoff-lösung deutlich fluorescirt, dürfte Gurjunbalsam, vielleicht auch Copaivabalsambeigemischt sein.
nach Grote. In einem nicht zu engenBalsam mit 3 cem Ammoniakflüssigkeitentsteht eine braungraue, dünnflüssigeMischung, deren Anfangs vorhandener geringer Schaum bald vergeht und dieauch bei längerem Stehen nicht gelatiniren darf. — Bei Gehalt an Colophoniumentsteht eine schön graue Emulsion, auf der ein dichter Schaum steht und dienach längerem oder kürzerem Stehen gelatinirt. Letzteres tritt bei einem Ge-halt von 5 Proc. Colophonium erst nach mehreren Stunden ein, bei 20 Proc.Colophonium schon nach 15 Minuten. Dichtigkeit und Höhe des Schaumesstehen ebenfalls im Verhältniss zur Menge des Colophouiums. Das Verhaltengegen Colophonium und andere Pinusharze, sowie andere Harzsäuren hat seinenGrund darin, dass das Ammoniak mit denselben stark schäumende Seifen bildet.Ein Perubalsam, der eine Schaumschicht von 2 cm und darüber bildet, istunter allen Umständen verdächtig.
Schlickum modificirt diese Probe noch folgendermassen: 1 Th. Balsamwird in 3 Th. Aether gelöst und 2 Th. Aetzammoniak hinzugesetzt und tüchtiggeschüttelt, es muss sich dann die Flüssigkeit leicht in 2 Schichten trennen,deren untere nach Abtrennung (mittels eines Scheidetrichters) mit verdünnterEssigsäure angesäuert und zum Sieden erhitzt wird. Es darf nur eine geringeTrübung eintreten. Scheidet sich eine deutliche Harzmasse ab, so liegt eineVerfälschung mit Colophonium oder Copaivabalsam vor. Bei einem erheblichenZusatz von gereinigtem Styrax (50 Proc.) findet eine Schichtung der Mischungnicht statt, bei einem geringeren Styraxgehalt scheidet sich die Mischungwohl, es schwimmen aber in der ätherischen Lösung gelatinöse Klümpchen herum.
24*
2. Prüfung mit AmmoniakReagirglas schüttelt man 5 Tropfenmindestens eine Minute lang.