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Balsamura Copa'ivae.
Aehnlich verläuft dieselbe mit mehreren Sorten Harzöl, nur ist hier die violette Farbeschwach braun nuancirt. Mischungen aus Gurjunbalsam mit einigen Sorten Harzöl odereinigen Sorten Copaivabalsam geben bei dieser Reaktion ebenfalls eine violette Färbung,jedoch tritt diese bei Gurjunbalsam gewöhnlich um einige Minuten schneller und inten-siver ein.
3. Nach Vorschrift des Arzneibuches soll man 1 Th. Copaivabalsam mit5 Th. Wasser von 50° kräftig schütteln, es entsteht ein trübes Gemenge, welchessich im Wasserbade bald (d. h. etwa in einer Stunde) wieder in zwei klareSchichten trennen muss. Die Forderung, dass beide Schichten sich klar ab-setzen sollen, ist als eine zu strenge zu bezeichnen. Es würde genügt haben,wenn verlangt worden wäre, dass beide Schichten, die untere wässerige unddie obere balsamische, deutlich geschieden und fast klar sind. Auch bei reinenBalsamen ist die grössere oder geringere Klarheit von mancherlei Umständenabhängig. So giebt nämlich Maracaibobalsam und Maturinbalsam in der Regelkeine klaren Schichten. Doch erwähnen Gehe u. Comp, ausdrücklich, dassihnen andererseits gerade Maracaibobalsam vorgekommen sei, der die Probe ausgehalten habe. Im Allgemeinen scheinen dünnflüssige Sorten der Anforderungdes Arzneibuches eher zu entsprechen, womit auch die Angabe von Gehe u.Comp, stimmt, dass ein älterer Balsam, der also im Laufe der Zeit von seinemGehalt an ätherischem Gel eingebüsst hat, weniger klare Schichten giebt, alsein jüngerer. Eine erhebliche Trübung der Balsamschicht würde auf Terpentin,Colophonium, Harzöl, Terpentinöl und Sassafrasöl schliessen lassen. Ein mit10 Proe. Gurjunbalsam vermischter Copaivabalsam giebt nach Flückiger einebleibende Emulsion.
4. Constatirung der Abwesenheit von Estern nach Kremel und Dieterich.(Vgl. Dieterich, Helfenberger Annalen 1886, 1887, 1888. Kremel, Pharma-ceutische Centralhalle 1886, pag. 390.) Es ist für den Copaivabalsam charak-teristisch, dass derselbe wohl freie Säuren, aber keine Ester enthält, währendder Gurjunbalsam erhebliche Mengen von Estern neben Säuren enthält.
Bei Ausführung der Untersuchung, wobei selbstverständlich ein neutralerAlkohol zu verwenden ist, dient die zuerst bis zum Eintritt der Rothfärbungzugesetzte Menge mit Alkohol verdünnter Normalalkalilauge zur Sättigung derSäuren, die verbrauchte Menge Lauge ist die Säurezahl. Sollte von dendarauf von Neuem zugesetzten 20 cem Lauge etwas verbraucht werden, manalso zum Zurücktitriren nicht wenigstens annähernd 20 cem Normalsalzsäurebenöthigt sein, so ist die Differenz der Lauge für die Ester verbraucht worden,man nennt diese Menge die Esterzahl. Beide, die Ester- und die Säurezahlzusammen ergeben die Vers eifun gs zahl , die also bei unverfälschtem Balsam mitder Säurezahl identisch sein würde. "Wie schon angedeutet, würde die An-wesenheit von Estern auf Beimengung von Gurjunbalsam schliessen lassen, wo-gegen Colophonium, Resina Pini, Terebinthina ebenfalls frei von Estern sind.
Neben der Möglichkeit, auf diesem Wege eine Verfälschung mit Gurjun-balsam erkennen zu können, giebt die Probe auch werthvolle Anhaltspunkte zurUnterscheidung der einzelnen Sorten.
So erhielten Kremel und Dieterich bei Verwendung von '/s Normal lauge:
1. Kremel: Maracaibo 73—78,7 Säurezahl,
Maturin 77,1Para 29,(i
2. Dieterich 1888: Maracaibo 77,4; 86,8; 73,7 Säure.zahl.
Para 53,2; 53,2: 52,3
!>. Nach Ceho u. Comp. (Handelsbericht April 1887) schwankt die SäurezahlVon 1!),7—90,22.
Wie man sieht, ist die Säurezahl bei dem dünnflüssigen, ölreichen Parabalsamerheblich kleiner, wie bei dem dickflüssigen Maracaibobalsam.