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1 (1891)
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Balsanium Copaivao.

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prismatische Krystalle von salzsaurom Copaivaül (Copaivacampher), C 20 H a2 4HClaus, die bei 77° schmelzen, bei höherer Temperatur sich zersetzen, sich nicht in Wasser,wenig in Weingeist und leicht in' Aether lösen.

Ein ätherisches Ool aus Parabalsam hatte nur 28,55 Rotationsvermögen und schiedbeim Behandeln mit, Salzsäuregas keine Krystallo ab.

Das Oel aus Maracaibobalsam ist nach Brix ein Terpen, C 20 H 32 , Siedepunkt 250bis 2(i0°, spoz. Gew. 0,892, es färbt sich mit Salzsäuregas dunkelviolett blau, ohneKrystalle abzuscheiden, giebt mit Chromsäuro Terophtalsäure. Beim Destilliren vonwasserhaltigem Oele mit Natrium erhielt Brix blaues Copaivaölhydrat, dunkelblauesOel, Siedepunkt 252260°, löslich in Aether, Alkohol und fetten Oelen; es liefert beimDestilliren mit Phosphorsäureanhydrid das ursprüngliche Terpen.

Ausserdem enthält der Copaivabalsam einen besonderen Bitterstoff, den man durchAuskochen mit Wasser erhält. Die Lösung röthet Lackmus und giebt mit Gerbsäure-lösung einen starken Niederschlag.

Prüfung. Das Arzneibuch verlangt 4 Prüfungen:

1. Die Prüfung des Verdampfungsrückstaudes. 2. Die Flückiger'-sche Probe auf Verfälschung mit Gurjunbalsam. 3. Die Prüfung mitWasser auf Ooniferenprodukte, Sassafrasöl, die Constatirung der Abwesenheitvon Estern nach Kremel-Dieterich. 4. Der Balsam kann mit fetten Oeleu,Terpentinöl, Sassafrasöl Gurjunbalsam, Venetianischem Terpentin und Harzöl (OleumResinae Pini) verfälscht vorkommen. Wir geben im Nachfolgenden neben denvom Arzneibuch vorgeschriebenen Prüfungen aus den zahlreich vorgeschlagenendiejenigen, die in erster Linie dem praktischen Bedürfniss genügen.

1. Die Prüfung des Verdampfungsrückstandes nimmt man vor, indemman einen kleinen Tropfen des Balsams im Wasserbade auf einem Objektträger,einen zweiten ebenfalls auf einem Objektträger über dem Cylinder einer Petroleum-lampe unter Hin- und Herbewegen verdampft. Besonders im zweiten Falleverläuft der Tropfen auf dem Glasplätteben. Während des Abdampfens ist esangezeigt, eine Geruchsprüfung vorzunehmen, da sich eine erhebliche Beimen-gung von Coniferenharzen hierbei leicht verräth. Der Verdampfungsrückstandsoll hart, durchsichtig, klar, glänzend, je nach der Farbe des Balsams farblosoder bräunlicbgelb oder bräunlich sein. Ist der Rückstand trübe, so ist eineVerfälschung wahrscheinlich, doch giebt ein mit Colophonium oder anderenConiferenharzen verfälschter Balsam einen klaren Rückstand wie ein unverdäch-tiger. Sind unter dem Mikroskope zahlreiche kleine, meist zu Gruppen ver-einigte Krystalle zu sehen, so ist eine Verfälschung mit Gurjunbalsam wahr-scheinlich. Fette Oele, auch Harzöl, machen den Fleck klebrig, Colophonium,Terpentin und ähnliche Harze, sowie Harzöl machen ihn weich.

2. Die Prüfung auf Gurjunbalsam (Prüfung mit Schwefelkohlenstoff etc.).Der Anweisung des Arzneibuches bezüglich Ausführung der Reaktion ist Nichtshinzuzusetzen. Dagegen ist noch Folgendes zu erwähnen.

Man erhält reinere Farben, wenn man von dem zu untersuchenden Balsam dasOel abdestillirt, dieses rektificirt und die zuletzt übergehenden Theile, die das Gurjun-balsamöl vorzugsweise enthalten würden, untersucht. Eine Vermengung des Copaiva-balsams mit rohem Gurjunbalsam ist an und für sich wenig wahrscheinlich, da derselbeden Copaivabalsam dunkel färbt und ihm vor allen Dingen, schon bei geringem Zusatz(5 Proc.) eine starke Fluorescenz ertheilt. Doch ist daran zu erinnern, dass bereitsoben angeführt wurde, dass auch ein unverfälschter Copaivabalsam in geringem Maassefluoresciren kann. Ein Zusatz von ätherischem Oel des Gurjunbalsams ist besondersdann beliebt, wenn der Copaivabalsam mit Colophonium verfälscht und dadurch zudickflüssig wurde. Die Anwesenheit von Gurjunbalsam lässt also mit einiger Wahr-scheinlichkeit gleichzeitig auf Colophonium schliessen. Durch einen Zusatz von Gurjun-balsam wird die Mischbarkeit des Copaivabalsams mit Amylalkohol und Petrolätheraufgehoben.

Wird die Elückigor'scho Probe also bei Anwesenheit von Gurjunbalsam eineReaktion geben, so ist auf der andern Seite nicht ausser Augen zu lassen, dass nachHager einige Copaivabalsam-Sorten vorkommen, die eino_ sehr ähnliche Reaktiongeben und nur insofern abweichen, als der violetten Farbe eine rothbraune vorangeht.