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1 (1891)
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Balsamutn Copaivae.

365

Zum Vergleich theilen wir auch die entsprechenden Zahlen für Gurjunbalsamnach Dieterich mit:

s

iurezahl

Esterzabl

Verseif im gsaalil

7,4

11,2

18,6,

6,5

10,3

16,8,

6,5

10,3

16,8.

Ausser den bisher angeführten, vom Arzneibuche vorgeschriebenen sindnoch die folgenden Prüfungen zu empfehlen:

•"). Der beim Abdestilliren des ätherischen Ocles gebliebene Rückstand wird durchSchmelzen von etwa vorhandenem Wasser befreit und mit Alkohol erwärmt. Eine nachdem Erkalten auftretende erhebliche Trübung würde auf fette Oelc zu deuten sein,ausgenommen das im Alkohol leicht lösliche Ricinusöl. Eine erhebliche Vermengung mitRicinusöl würde sieh erkennen lassen, w ? enn man 1 Vol. Balsam mit 4 Vol. Petroleum-benzin mischt und bei Seite stellt. Es findet dann bei Anwesenheit von Ricinusöl,welches nur thoilweiso in Benzin löslich ist, eine Schichtung statt.

6. Man verdampft den Balsam, bis der Rückstand nach dem Erkalten sich zwischenden Fingern drücken lässt und übergiesst ein erbsengrosses Stück in einem Reagirglasmit 3 bis 4 cem Petroläther. Das Harz zergeht in dem Aether und setzt sich so festauf den Boden des Glases, d;iss es nicht wieder aufgeschüttelt werden kann, wenn derBalsam rein war. Entblei! das Harz mindestens '/ s Colophonium, so lässt sich dasHarz mit Leichtigkeit wieder aufschütteln.

7. Man übergiesst 2 gr Capaivaharz mit dem lOfachen Gewicht 70proc. Alkoholund lässt unter Umrühren eine Stunde bei gewöhnlicher Temperatur stehen, filtrirt undleitet in das Filtrat '/ s Stunde lang einen ruhigen Strom durch Chlorcalcium getrocknetenChlorwasserstoffgases; es darf keine gelbe Harzausscheidung erfolgen, die auf Colo-phonium deuten würde.

8. Terpentinöl siedet bei 160 bis 170°, Copaivaöl bei 230 bis 260°. Mit Be-nutzung dieser Thatsacho lässt sich eine Verfälschung mit dem genannten Oel erkennen.

Fig. 81. Fig. 82.

Glasstopfen für Standgefässo des Copaivabalsam im Dispensirlokal.

Wir recapituliren die verschiedenen Prüfungsmethöden noch einmal:

1. Fettes Oel ist nachzuweisen: Prüfung No. 1 und 5. Eine Verfälschungmit fettem Oel ist selten beobachtet worden.

2. Colophonium: Prüfung No. 1, 3, 6, 7. Besonders entscheidend würdendie Prüfungen 6 und 7 sein. Grössere Mengen Colophonium sind durch denGeruch, besonders beim Erhitzen des Balsams zu erkennen.

3. Terpentinöl: Prüfung 3,6. Ausserdem in nicht zu geringer Mengeheim Erwärmen des Balsams am Geruch zu erkennen.

4. Gurjunbalsam: Prüfung 1, 2, 4. Besonders entscheidend wäre dieProbe 4 und mit den oben angegebenen Einschränkungen 2. Wie bereits ge-engt, pflegen Gurjunbalsam oder genauer Gurjunbalsamöl und Colophonium zu-sammen zur Verfälschung benutzt zu werden.

Aufbewahrung und pharmazeutische Verwendung. Der Copaiva-balsam ist seines Gehalts an ätherischem Oel wegen in wohl verstopften Ge-lassen vor Licht geschützt (in einem porzellanenen Einsatzgefäss) aufzubewahren.Es ist zu empfehlen, zum Verschluss des Standgefässes in der Apotheke einen