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1 (1891)
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350
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Atropinum sulfurioum.

merklich alkalisch reagirt. .Die Flüssigkeit wird nun im Wasserbade oder an einemcirca 50° C. warmen Orte bis auf den dritten Theil des Volumens abgedampft und aneinem lauwarmen Orte abgedunstet, denn Atropinsulfat geht nur langsam aus demamorphen in den krystallinischen Zustand über. Um es nun in die Form einesschön krystallinischen Pulvers zu bringen, löst man das gut ausgetrocknete Sulfat incirca der 2()fachen Menge wasserfreiem Weingeist und überlässt die Lösung an einemkaum lauwarmen Orte der freiwilligen Abdunstung. Oder man löst das ausgetrockneteAtropinsulfat in einem Kölbchen in der 20fachen Menge möglichst wasserfreiem Wein-geist unter Beihülfe einer Wärme von nicht mehr als 50° C, oder in soviel Weingeist,dass man eine concentrirte Lösung erlangt. Nachdem die Lösung auf ungefähr 35° C.erkaltet ist, giesst man sie unter sanftem Agitiren in ein 4faches Volumen Aether,welchen man durch Chlorcalcium völlig entwässert hat und der sich in einem becher-förmigen Gefässe befindet. Nachdem man mit einer geringen Menge wasserfreiemWeingeist die in dem Kölbchen an der Wandung hängengebliebene Lösung aufgenommenund dem Aether zugesetzt hat, giesst man noch ebensoviel Aether dem Volum nachhinzu, als das Becherglas bereits Flüssigkeit enthält, rührt sanft um und stellt das Ge-fäss dicht bedeckt an einen kalten Ort. Nach Verlauf eines Tages setzt man auf einenStohkolben einen Trichter, dessen Abflussöfi'nung mit einem Dütchen von Fliesspapierlocker geschlossen ist, und giebt in den Trichter den ätherhaltigcn Krystallblei aus demBecherglase. Was vom Salze etwa an der Wandung des Becherglases hängen bleibt,lässt man sitzen und freiwillig abdunsten und trocken werden. Den nach dem Ablaufendes Aethers in dem Trichter verbliebenen Krystallbrei wäscht man durch Aufgiessenvon etwas wasserfreiem Aether ab und breitet ihn dann auf einem flachen Glasgefässeaus. Nach dem freiwilligen Abdunsten des Aethers vorbleibt das Atropinsulfat als einesehr weisse, aus sehr kleinen Krystallen bestehende Masse zurück. Zum Gelingen derDarstellung ist nothwendig ein möglichst wasserfreier Weingeist und wasserfreierAether, und dann auch zur Bildung der Kryställchen eine Temperatur von weniger als12° C. Im anderen Falle erhält man ein Sulfat, welches über die Hälfte seiner Masseamorph ist.

Theoretisches. Atropin ist nach der Formel C ir H 23 N0 3 zusammengesetzt. DurchEinwirkung von Barytwasser bei 58° C. zerfällt es unter Wasseraufnahme in Tropa-säurc, C,j H„, 0 3 , und Tropin, C 8 H l5 NO.

C 17 H 28 NO ä + H,0 = C 6 H 5 .CH<~-

COOH

Atropin

Tropasüure

C 8 H 15 NO

Tropin.

Behandelt man tropasaures Tropin mit verdünnter Salzsäure unter 100°, so wirdAtropin zurückgebildet.

Das Tropin ist als ein am Stickstoff melhylirtes, tetrahydrirtes Pyridin aufzu-fassen, in welchem ein Wasserstoffatom durch die Oxyäthylgruppo ersetzt ist:

C 5 H 7 (C 2 H 4 OH) N CH 3 .

Die Gonstitutionsformel des Atropins ist demnach die folgende:

CH.OB

<:,;U-,CH<

CO . C 2 H 4 0 . C.-, H 7 N . 'ib.

Die neueren Untersuchungen über die Natur der aus Atropa Belladonna, DaturaStrammonium, Hyoscyamus niger, Duboisia myoporoides dargestellten Alkaloidgemenge,welche bis in die neueste Zeit meistens als solche in den Handel gebracht wurden, er-gaben, dass in denselben .'! mydriatisch wirkende Alkaloide enthalten sind, welchensämmtlich die nämliche Formel: C ir H 23 N0 3 zukommt: Atropin, Hyoscyamin.Hyoscin. Die beiden letzteren zerfallen wie das erstere durch Erhitzen mit Salzsäurein ein saures und ein basisches Spaltungsprodukt, und zwar liefert das Hyoscyamin diegleichen Spaltungsprodukte, wie Atropin, nämlich: T.ropasäure und Tropin, dasHyoscin dagegen liefert als Spaltungsprodukte Tropasäure und Pseudotropin.

Dieses Verhalten des Hyoscyamins ermöglichte zuerst dessen Ucberführung inAtropin, indem man ersteres zunächst spaltete und aus den Spaltungsprodukten dasletztere aufbaute.

Ein weit einfacherer Wog zur Ueberführung des Hyoscyamins in Atropinwurde in dem Verhalten des ersteren, beim Erhitzen in gewissen Lösungen, oder beimSchmelzen desselben, oder beim Stehenlassen in einer alkoholischen Alkalilösung in dasletztere überzugehen, entdeckt.