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1 (1891)
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349
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Atropinum sulfuricum.

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zu 0,33 Proc, uns den Blättern bis zu 0,2 Proc. erhalten. Die Samen desStechapfels liefern bis zu 0,26 Proc. Atropin resp. Hyoscyamin.

Die einzelnen Theile von wild gewachsener Atropa Belladonna, DaturaStrammonium, Hyoscyamus niger enthalten in der Regel weit mehr Alkaloid— das Doppelte und mehr — wie die entsprechenden Theile von kultivirtenKräutern.

Darstellung. Rabourdin'sche Methode. Das frische, bei beginnender Blüthcgesammelte Kraut wird zerschnitten, zerquetscht und ausgepresst, der gesammelte Saftbis circa 80° behufs Koagulirung des Eiweisses erhitzt, dann erkaltet iiltrirt und auf je1 Liter mit 4,0 g trocknem Aetzkali, in "Wasser gelöst, und 30,0 g Chloroform versetztund durchschüttelt. Das mit grüner Farbe sich absetzende Chloroform wird abge-schieden, die wässerige Flüssigkeit nochmals mit einer geringeren Menge Chloroformausgeschüttelt, das Chloroform mit Wasser geschüttelt und gewaschen und aus einerRetorte im Wasserbade abdestillirt. Der Rückstand wird mit sclrwefelsäurehaltigemWasser behandelt und aus der schwefelsauren Lösung das Atropin durch Kaliumcarbonatausgefällt. Durch wiederholte Krystallisation aus absolutem Weingeist wird das Atropingereinigt. Die Ausbeute beträgt 0,07 bis 0,1 Proc. vom frischen Kraute.

Diese Bereitungsmethodo auf Samen angewendet, muss nothwendig modificirtwerden. Das Pulver der Samen wird erst durch Digestion und dann auf dem Wogeder Deplacirung mit Weingeist extrahirt, von der Kolatur im Hager'sehen Dunst-sammler (also bei möglichst niedriger Temperatur, 40 bis 50°) der Weingeist abdestillirt,der Rückstand mit schwefelsäurehaltigem Wasser behandelt, das saure Filtrat erst mitBenzin ausgeschüttelt, hierauf mit Aetzkali alkalisch gemacht und nun mit Chloroformausgeschüttelt. Die Ausbeute betrug bei einem Versuche 0,28 Proc.

Procter giebt folgende Vorschrift: 1000 Th. gepulverte Wurzel werden mitWeingeist genässt und im Verdrängungsapparate mit Weingeist extrahirt, bis dasFiltrat 6000 Th. beträgt. Demselben setzt man 50 Th. gelöschten Kalk hinzu, macerirtunter Umschüttcln 24 Stunden, nimmt die alkalische Reaktion der Flüssigkeit mit ver-dünnter Schwefelsäure weg, Iiltrirt und verdunstet bis auf 150 Th. Auf der sirup-dicken Flüssigkeit schwimmt das fette Oel der Wurzel in Gestalt eines krystallinischenUeberzuges. Man verdünnt den Sirup mit 200 Th. Wasser, filtrirt ihn durch ein vor-her genässtes Filter und wäscht so lange nach, bis das Filtrat ungefähr 380—400 Th.beträgt. Das Filtrat schüttelt man mit 50 Th. Chloroform (worin sich das schwefel-saure Atropin nicht löst). Das Chloroform scheidet man ab, setzt der Flüssigkeitwiederum 75 Th. Chloroform, dann soviel Aetzkalilauge hinzu, bis eine alkalischeReaktion hervortritt, und schüttelt wiederholt tüchtig um. Man lässt nun das mitAtropin beladene Chloroform absetzen, sondert es ab und überlässt es der freiwilligenVerdunstung. Das zurückbleibende Atropin wird schliesslich noch einmal in wasser-freiem Weingeist aufgelöst, mit Thierkohlo geschüttelt und der Krystallisation überlassen.Ausbeute beträgt 0,3 Proc. der getrockneten Wurzel.

Nach Wasile wsky wird das trockne kleingeschnittene Belladonnakraut 24 Stundenmit Salzsäure haltendem Wasser digerirt, dieser Auszug mit Chloroform ausgeschüttelt,dann alkalisch gemacht und nun wiederum mit Chloroform ausgeschüttelt. Die letzterechloroformige Lösuug hinterlässt beim Abdunstai das Atropin. Trockne Belladonna-blättor ergaben 0,056 Proc. Atropin.

Das auf eine oder die andere Weise gesammelte Atropin sucht man in Krystallozu verwandeln. Dies gelingt sehr schwer, so lange dem Atropin Wasser anhängt.Es ist daher wesentlich, das trockne Atropin in der 7—8 fachen Menge hoissen, mög-lichst wasserfreien Weingeistes zu lösen und diese Lösung in flachen Gefässen an einemvöllig trocknen und kaum lauwarmen Orte langsam abdunsten zu lassen. Unter diesenUmständen lässt sich das Atropin in glänzende, gut ausgebildete nadeiförmige Krystalleüberführen. Aus wasserfreiem Weingeist, wie man solchen im Handel findet, krystallisirtes nicht, der langsam eingetrocknete Rückstand bildet dann zerrieben ein krystallinisches,meist scheinbar amorphes Pulver.

Falls das nach der einen oder anderen angeführten Methode gewonnene Atropinhyoscyaminhaltig ist, so kann dasselbe nach einer der später angeführten Methoden,z. B. durch Stehenlassen in alkoholisch-alkalischer Lösung vollständig in Atropin über-geführt werden.

Das Atropinsulfat stellt man dadurch her, dass man in einer Schale ausPorzellan 1 Th. der verdünnton offizinellen Schwefelsäure mit 2 Th. Weingeist mischt,etwas mehr als lauwarm macht und dann nach und nach soviel Atropin (1 Th.) unterUmrühren zusetzt, bis nach geschehener Auflösung die Flüssigkeit neutral oder kaum