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1 (1891)
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348
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Atropinum sulfuricum.

trale Lösung; in Aether oder Chloroform ist es fast unlöslich. DieLösungen besitzen einen bitteren, anhaltend kratzenden Geschmack.

Zu 0,01 g Atropinsulfat, welches im Probirrohre bis zum Auftretenweisser Nebel erhitzt wird, gebe man 1,5 ccm Schwefelsäure und erwärmebis zur beginnenden Bräunung. Sofortiger vorsichtiger Zusatz von 2 ccmWasser ruft die Entwickelung eines angenehmen, eigenthümlich aroma-tischen Geruches hervor; ein Zusatz eines Kryställchens Kaliumperman-ganat bewirkt alsdann das Auftreten eines Geruches nach Bittermandelöl.0,01 g Atropinsulfat, mit ;") Tropfen rauchender Salpetersäure auf demWasserbade in einem Porzellanschälchen eingetrocknet, hinterlässt einenkaum gelblich gefärbten Rückstand, welcher, erkaltet, beim Uebergiessenmit weingeistiger Kalilauge eine violette Farbe annimmt.

Die wässerige Lösung des Atropinsulfats (1 = G0) werde durch Na-tronlauge, nicht aber durch Ammoniakflüssigkeit getrübt. Schwefelsäurelöse es ohne Färbung; eine solche mache sich auch nicht bemerkbar,wenn man zu dieser Lösung etwas Salpetersäure zufliessen lässt. BeiLuftzutritt erhitzt, verbrenne Atropinsulfat, ohne einen Rückstand zuhinterlassen.

Sehr vorsichtig aufzubewahren.

Grösste Einzelgabe 0,001 g. Grösste Tagesgabe 0,003g.

Geschichtliches. Das Atropin wurde 1831 von Mein und unabhängig von diesem2 Jahre darauf von Geiger und Hesse in der Belladonna {Atropa Belladonna Linn.)entdeckt. Die beiden letzteren schieden in demselben Jahr ein Alkaloid aus den Samendes Stechapfels (I)atura Strammonlnm Linn.) ab und nannten es Daturin, welches vonv. Planta als mit dem Atropin identisch erkannt wurde. Ladenburg und Schmidtfanden, dass die aus Belladonna und Datura isolirten Basen aus einem Gemenge vonAtropin und Hyoscyamin bestehen. Liebig ermittelte zuerst die Zusammensetzung desAtropins und gab demselben die Formel C 17 II 23 N0 3 . Kraut und Lossen zeigten,dass das Atropin sich durch Erhitzen mit Barytwasser oder Salzsäure in Tropin undTropasäure resp. Atropasäure spaltet. Ladenburg baute aus diesen Spaltungs-produkten das Atropin wieder künstlich auf. Dieser Forscher war auch der erste,welcher Hyoscyamin, das dieselben Spaltungsprodukte liefert, wie Atropin, aus diesenin Atropin überführte. Ladenburg's Arbeiten klärten ferner die Constitution desTropins auf. W. Will und E. Schmidt veröffentlichten 1888 ihre Beobachtungen,dass Hyoscyamin durch Schmelzen oder Stehenlassen in alkoholisch-alkalischer Lösungglatt in Atropin übergeführt werden kann, welche Thatsache übrigens gewissen Fabri-kanten schon früher bekannt war und von diesen technisch verwerthet wurde.

Die für die Ophthalmologie wichtigen Eigenschaften des Atropins wurden durchdie eingehenden Untersuchungen von v. Graefe, Donders, Bezold und anderenklargestellt.

Vorkommen. Früher nahm man an, dass die Hauptmenge des in denverschiedenen Theilen von Atropa Belladonna, Datura Sirammonium enthaltenenGesammtalkaloids Atropin sei. Die neueren Untersuchungen ergaben die Irr-thümlichkeit dieser" Ansicht und zeigten, dass diese Pflanzen hauptsächlichHyoscyamin führen, welches bei dem Fabrikationsprozess bei Gegenwart derdabei nöthigen Alkalien unter Mitwirkung von Wärme in wechselnder Weise inAtropin übergeht. Atropin resp. Hyoscyamin kann gewonnen werden: aus denverschiedenen Theilen von Atropa Belladonna, Datura Strammonium, Ilyoscyamusmf/er, Sropolia japonica, Duboüia myoporoides. Fabrikmässig wird es aus den"Wurzeln von Atropa Belladonna dargestellt, aus welchen 0,3 bis 0,4 Proc. ge-wonnen werden können. Aus den Samen von Atropa Belladonna kann man bis