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1 (1891)
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346
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346 Asa foetida.

Von der Asa foetida unterscheidet man im Handel folgende Sorten:

1. Asa foetida in Thränen oder Körnern {Asa foetida electa, in granis seillacrymis) bildet unregelmässig rundliche, 1—4 cm dicke, mehr oder 'weniger abgeplat-tete, glatte, blassbräunliche Stücke, die in der Kälte hart sind und in der Wärmeerweichen, sodass sie mehr oder weniger zusammenkleben. Auf dem Bruch sind siebläulich weiss, opalartig, porzellanartig. An der Luft wird die Bruchfläche erst roson-roth, violett, endlich blassbräunlich-gelb. An den Kanten sind Bruchstücke durch-scheinend. Spez. Gew. 1,3. Asche 0,75%. Diese Sorte ist im Handel selten, ihr oha-rakteristischer Geruch ist schwächer als bei den folgenden Sorten.

2. Asa foetida in Massen (Asa foetida in massis teu amygdaloides) bildet dieHauptsorte des Handels und wird sogar meist der vorigen vorgezogen. Bildet un-regelmässige Klumpen verschiedener Grösse, die in eine dunkle, etwas weichere Masseeingebettete Körner der Sorte 1 zeigen. <le reicher die Asa foetida an diesen Kör-nern ist, um so höher wird sie geschätzt. Die auch hier weissliche Bruchlläche ändcvlsich durch roth in gelblich, gelbbräunlich und röthlichbraun. Sie enthält ihrer ur-sprünglich weichen Consistenz wegen stets fremde Beimengungen: Pflanzenreste, Haare,Sand, Steinchen u. s. w., so dass das spez. Gew. von 1,6—1,7 bis auf 2,2—2,6 hinauf-geht. Asche höchstens 10%- Die genannten Beimengungen sind nicht allemal alsVorfälschungen anzusehen, sondern bei manchen, besonders weichen Asantsorten(s. oben) wird ein solcher Zusatz gemacht, um ihnen die gewohnte Consistenzzu geben.

3. Steinige Asa foetida (Asa foetida petraea) nennt man eine derartige Sorte,wenn sie 50% und mehr solcher Beimengungen enthält. Muther fand eine Asa foetidamit 70% Steinchen. Sie bildet keine besondere Handelssorte und ist natürlich zumpharmazeutischen Gebrauch nicht verwendbar.

4. In Amerika wurde eine von der gewöhnlichen abweichende Asa foetida be-obachtet, die vielleicht vom Stamm und den Blättern der Asantptlanze ge-wonnen war.

Eigenschaften. Wie oben gesagt, sind die in den besseren Asantsortenenthaltenen Mandeln oder Thränen ursprünglich weiss, sie nehmen die dunklereFärbung erst an der Luft an, Chlor beschleunigt die Farbenänderung. Geruchund Geschmack der Droge sind sehr charakteristisch, an Knoblauch erinnernd.Dieser Geruch kommt dem in der Droge enthaltenen ätherischen Oele zu; ent-fernt man dasselbe durch Erwärmen im Wasserbade, so bleibt ein ähnlich wieBenzoe riechender Rückstand. Als Aschengehalt wurde oben für die besteSorte 0,75% un d ' ilr d' e Sorte in massis höchstens 10% angegeben (Eney-klopädie).

Die Pharm. Germ. ed. II. forderte einen Aschengehalt von nicht über10%, was mit den obigen Angaben in Einklang steht. Jetzt ist der zulässigeAschengehalt auf 6% herabgesetzt und es dürfte schwer sein, dieser Anforde-rung stets gerecht zu werden, wenn nicht ausschliesslich die Sorte „in lacryrnis uzur Verwendung gelangt.

Pierce fand für diese Sorte 5% Asche, für alle anderen Sorten 12 bis56%, wobei sich herausstellte, dass, wie es zu erwarten war, der Aschengehaltmit dem spez. Gew. steigt. Dagegen fand E. Dieterich eine Sorte „in lacry-mis u sogar mit 29,5% Asche. — Neu im gegenwärtigen Arzneibuch ist dieForderung, dass die Droge au siedenden Alkohol über die Hälfte ihres Gewichtsan löslichen Bestandtheilen abgeben soll. Auch dieser Anforderung genügt nurdie Sorte „in lacfymis", die Pierce 56% ergab. Andere Sorten geben dieseAusbeute nur in Ausnahmefällen. 15 Th. Liq. Kai. carb. lösen 1 Th. Asa foe-tida. — Mit 3 Th. Wasser angerieben soll der Asant eine weissliche Emulsiongeben, die durch Zutröpfeln von Ammoniak oder Natronlauge gelb wird, (Am-moniak mit Asant digerirt wird gelblich und zeigt undeutliche bläulicheFluorescenz.) Es ist nothwendig, die Verreibung recht sorgfältig zu machen,da nur so wirklich eine „weisse" Emulsion erzielt wird. — Concentrirte Salz-und Salpetersäure färben (besonders beim Betupfen der Mandeln) malachitgrün.Wenn beim Behandeln mit Salzsäure diese nach 6 Stunden sich erheblichfärbt, so würde das auf eine Vermengung mit Galbanum zu deuten sein. BeimErhitzen mit concentrirter Schwefelsäure färbt sich der Asant unter Entwick-