Druckschrift 
Legenda aurea, deutsch
Seite
CXXXr
Einzelbild herunterladen
 

Bernhart

CMxxx.

fraw wolt mir heynt dē ſchatz meiner keuſchheyt geſtolen haben dē ich von kindheit auffbehalten hab.Der lieb herr ſant Bernhart nam vaſt zuan groſſer weyßheit. vnd an tugenden. vnd gedacht im gar offt. dy welt iſt zergengklich vn̄alles das darinnen iſt. dauon wil ich mich vōir richten. Da was ein cloſter nahent dabeygrawes ordens das hieß Decias. das was einhaubt des ſelbē ordens. dy ſelben munich lebten gar heyligklichen. das geniel ſant Bernhart da gar wol vnd ſprach zu ſeinen bruͤdernvnd zu ſeinen geſellen er wolt in das Cloſterkummen. das werten im ſein bruͤder vnnd ſeingeſellen all. da ſaget in der lieb herr ſant bernhart wie alles dz verlorē were damit man gotnicht dienet. vnd wie groß der lon were den vnſer herr Ieſus criſtus ſeinen dienern gebe. vn̄ſaget in als vil da von das ſein bruder nur mitim in das cloſter wolten vn̄ ſein geſellen auch.Nun het ſant Bernhart einen bruder d̓ hießGerhart der was ein ritter. der wolt dem lieben herren ſant Bernhart nit volgen das ermit im in den orden wolt. Da nā der lieb herrſant Bernhart ſeinen vinger. vnnd greyff daſeinem bruder da mit in ſein ſeyten. vnd ſprachzu im. da mein vinger yetzund ligt do wirt ditkuͤrtzlichen ein ſper ein geſtochē. ſo woͤlteſt dudann gern in das cloſter kummen. Vnnd datnach gar kuͤrtzlich da ſtach in ein man an dyeſelben ſtat da in der lieb herr ſant Bernharthet gezeyget mit einem ſper. vn̄ legt in gef angen. vnd da ſant Bernhart mit ſeinē bruͤdernin das cloſter wolt farē. da muſtē ſie den wegfaren da ſein bruder Gerhart gefangen lag.Vnd da ſant Beruhart vnd ſein bruͤd̓ zu gerharten kamē. da ſprach ſant Bernhart zu gethardo. wir woͤllen yetzund zu dem cloſter fareDa bat der ritter gerhardus vnſern herrē Ieſum criſtum dz er im auß d̓ gefengknus huͤlffvnd gelobt imrer wolt auch in das cloſter kummen. Da loͤſten ſich alle ſeine band in d̓ nachtab im vnd theten ſich die tur auff. vn̄ halff imvnſer lieber herr Ieſus criſtus der ein troͤſteriſt aller traurigen hertzen mit genaden auß d̓gefengknuß. vnd floch zu ſant Bernhart vndſprach zu im. Bruder hilff mir bald in dz kloſter. Vn̄ alſo kam der lieb herr ſant bernhartſelbfunfft feiner bruͤder in das cloſter. vnd ritdwatē die

in das cloſter kamen. da ſprach der elteſt bruder zu dem iungſten bruͤderlein. Nun frewedich. wan̄ dir gefelt vnſer erb alles. da ſprachdas kind. So wolt ir euch das hymelreich haben. vnd woltet mir die erden laſſen dz iſt garein vngeleycher teyl. Ich wil ye auch in dz cloſter. das was nach criſti geburt tauſent vnndhundert vnd zwelff iar. Vnd dz ſelbig cloſterdecias was wol vor funfftzehen iaren geftifftet ee das d̓ lieb herr ſant Bernhart vnd ſeinbruder darein kamen. Vant Bernhart was zweyvndzweyntzigiar alt ee er in den orden kam. vnd was d̓ weltfrey. vnd gedacht ſtetigs an vnſern lieben herren Ieſum Criſtum. vnd lebet ſeligklichen vn̄als volkummenlichen als ein menſch das derwelt tod iſt. Vnd da nun d̓ lieb herr ſant bernhart ein iar in dē cloſter was geweſen. da weſter dennoch nit das der kor gewelbt was. vndwolt wenen es gieng nur ein venſter in dē korda waren ir drew. Darnach bauet der abt eynnewes cloſter dz heyſt Clarauallis. vn̄ ſchicket den lieben herren ſant Bernhart darein dzer der abt wer. da was das cloſter gar arm̄ vn̄man ſatzt in offt dy bletter von dē baumē zudoch was ir liebe als groß das ſye ſich lieſſenbenugen. Vnd der lieb herr ſant Bernhart lebet gar ſtreugklichen. vnd betet emſſigklichē.vnd wachet vil vnd ſprach offt. ein ſchlaffender vnd ein todter leychnā ſeynd geleych. wan̄ich verleuß die zeyt gar die ich ſchlaff. vnd eraß im nymmer genug. vn̄ wz man im furſetzetdas aß er vnd achtet nit wie es schmecket. Eines mals da hett man im butern furgeſatzt da aß er ſchmaltz für buter vnd mercketnicht das es anders was vntz ims die bruderſagten. Iu einē mal da ſatzt man im oͤl fur. vnd ermercket es nicht das es oͤl was vnd tranck es.vn̄ ſprach. ich trinck waſſer vil lieber dz machtmir den mund kalt. vnd trug alle zeyt ſchlechte kleyder an. vnd trug vnden an dem leyb eynheren hembd an vnd wz ſein fleyſch mit d̓ innerſten ſchonheit.Iu eine mal da kam ein weltlicher reycherbrieſter zu ſant Bernhart vnd bat in vmb denorden. da verſtund er ſich wol dz er nit beſteenmocht. vnnd ſprach zu dem brieſter. ker widerzu deiner pfarr das was dem brieſter leyd vn̄ſprach. Du haſt dypollunnehelt geſchebē.