Von vnſer lieben frawen
Gerdrut heyſſen vnd kam mit iren kindē genRoͤlen. da fand ſy ir Agneſen. da ward ſy garfro das ir fraw getaufft was. da fragt frawGerdrut dlgueſen wie ſy geneſen wer. da lachet ſie vnd ſprach. Mein herr Ieſus criſtus iſtals mechtig das er die totten lebentig macht.Da ſprach ſie. ich ſah das dir mein man dreywunden ſtach. da ſprach die Agneß. mich beduncket nur wie mich dein man ertoͤdtē wolt.darumb gieng ich von dannen. da die fraw dzhoͤret vnd vernam. da gryff ſy ir an den halß.vnd griff ir drey groſſe maſen die ir d̓ ſchnodIud geſtochen het. dy ding alle ſaget man zuhandt dem Ertzbiſchoff in der ſtat zu Rolen.Darnach ſtarb die fraw Algnes gar mit groſſer rew vnd andacht. Vnd fraw Gerdrut naſer zu an Eriſten gelauben. vn̄ dienet got mitvleyß vnd mit andacht.¶ Eines mals wz ein offneſunderin dy dienet der welt vnd dem boͤßen geyſt ſechtzeheniar on rew vnd on beycht. vnd was emes wilden hertzen. vnd thet got nye keyn dienſt. vndeins tags da begegnet ir ein brieſter der hiefIacharias. den gruſt ſie gar ſpoͤtlich mit vppigen worten. des ſchemet ſich der brieſter garſer vnd weſt nit wie erſir antwurten ſolt. vnndſprach. O du gute fraro bit got fur mich. Dalachet ſie vaſt vnd ſprach. Wie ſol ich got fürdich bitten. Nun bet ich nymmer nichtz. vndkan nit beten. Da ſprach er ſo lerne duß. Daſprach ſie. Soll ich aber für dich biten ſo lermich ein kurtz gebet. Da ſprach er. in d̓ nechſten kirchen ſtet oben an der tuͤr vnſer frawebild. die hat ir liebes kind in der ſchoß vor dēſprich alſo. Miniglicher vater vn̄ herr d̓ barmhertzigkeyt. Du biſt durch der ſunder willenmenſch wordē. erbarm dich vber den brieſterder mich her zu dir geſandt hat das ich fur inbite. Da ward die fraw von ſeinen wortē getroſtet vnd was im gehorſam vnd gieng in dykirchen. vn̄ bat mit groſſem ernſt fur in. da keret ſich dz kind vnbilliglich vō ir zu ſeiner muter vnd verſchmehet der ſunderin gebet. vndſprach. Hoͤrſt du allerliebſte nuter dz wund̓lich ding dz mich die groß ſunderin bitt fureinē freund vn̄ bit nit fur ſichſelber. da ſprachvnſer liebe fraw. das ſie mit fur ſichſelber bittdas iſt ir mit zuwerweyßen. wann ſy ward garſchyer beraubt irs vaters vnnd irer muter dieſolen ſiebetenhaben gelet. da ſprach das
kind O du allerliebſte nmuter du folt mich nitfur die ſunderin bitten. wan̄ ſy hat mir manigſel empfremd. darumb erbarm ich mich nichtvber ſye. Da ſprach vnſer liebe frawe zu iremkind Es ſteet geſchriben das nyemant ſo mitgroſſen ſunden vberladen iſt. dē ablas zu verſagen ſey. Darumb ſol dein barmhertzigkeytgroſſer ſein dan aller menſchen ſund. Darum̄ſo bitt ich dich das du es durch meinē willenthueſt vnd durch deines lieben freundes willen der ſy zu dir geſandt hatt. Da ſprach aberdas kind. Liebe muter mir iſt vnzymlich dasich dir keyn ding verſag. Alles dz du mich gebeten haſt des biß gewert. Alſo vergab gottder ſunderin ir ſund dz ſy es furbaß nymmerthet. Da lieff die fraw wider zu dem brieſtervnd ſchrey mit lautter ſtym̄. Stee ſtill. dz theter vnd hoͤret ir wort. da ſaget ſy alles das. dasir widerfaren was vnd beychtet all ir ſurd vn̄beſſert ſich furbaß. dauon benuget ſie wol vn̄mercket die barmhertzigkeyt gottes.Meyſter Ceſarius ſchreybt dz in dē landAmbienſi vil ketzerey waren. vn̄ vaſt zunamē.da giengen zwen frum brieſter an einē ſamſtag in em kirchen vnd ſprachen meſß von vnſer lieben frawen. da kamen die ketzer inn diekirchen da dennoch die meß nit auß was vndzugen den einen brieſter auß der kirchen. vndſchlugen in gar ſere vnd ſchnyten im die zungen auß das er nit mer meſß moͤcht geſprechen. das was ſeinem geſellen gar leyd der hief¶lumacus der nam in vnd furet in in ein cloſter vnd beualhe in den muͤnichen die thetenim gar guͤtlich. Darnach an der Oberſt nachtda furten in die munich in die kirchē. da ruffter vnſer liebe frawen mit ernſt an. vnd bat ſievmb genad in ſeinem hertzen das ſye im hulffdas er wid̓ moͤcht meß geleſen. da erſcheyn ſyim vnd gab im ein gute zungen wider. vnd erward gar fro. vn̄ ſchrey mit iantter ſlym̄. AueMtaria voller genaden. da dy munich dz hoͤrten. da lieffen ſy all zu vnd lobten got vn̄ ſeinliebe muter Mariā. Darnach da ward er eynmunich in dem ſelben cloſter vnd dancket vnſer lieben frawen der genadē die ſy in getanhet biß an ſein end.¶ Iu einem mal was ein bruder in einē Cſoſter grawes ordens. der lebet gar vnordēlich.der ward entzucket in einem ſchweren ſiechtumb das dy bruͤder woltē wenen er wer tod.