Anmerkungen.
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laut werden können. Erst als man ruhiger wurde trat die Verschiedenheit der Urtheilc jenach der verschiedenen Anschauungsweise hervor. Von den extremen Parteien, deren eine,um nicht illoyal zu scheinen, mit allein zufrieden ist was ,von oben' kommt, währenddie andere von dem ,gnädigst Verliehenen' nichts wissen will, schweigen wir. Die Mittel-Partei, die Männer des kalten Verstandes nahmen die Urkunde zur Hand, und, nach-dem sie selbe sorgsam durchgegangen, schüttelten sie bedenklich den Kopf und sahen eindaß mir nun nicht eben weiter stünden als am 24. April des vorigen Jahres. Wirhaben nun wohl einen festen Boden, wir haben eine Verfassung auf der wir fort-bauen können, aber die Verfassung enthält so viele Bestimmungen die den Volks-wünschen und den Bedürfnissen der Zeit zu nahe treten, ist in manchen Punkten sounklar und zweifelhaft, daß unmöglich das behagliche Gefühl der vollen Befriedigungin der Brust Platz finden kann." AehulicheS ließ sich die Deutsche Mg. Zlg. Beil, zudir. 71 vom 12. S. 774 aus Prag 9. März berichten: „Die Anzahl der durch dieVerfassung Befriedigten ist hier sehr gering; mit Ausnahme der Aristokratie und derHandclswclt, wo die günstige Notirung der Curse an der Wiener Börse sowie dieEröffnung eines größeren Marktes für den Handel günstig wirkt, sieht man meistdüstere unzufriedene Mienen. Am meisten bestürzt sind die öcchcn deren Plane durchdie Verfassung gänzlich vernichtet sind." Dagegen meinte der -s--Correspondeut des„Lloyd" Nr. 120 vom 11. März, „daß die neue Verfassung sich im allgemeinen einergünstigen Stimmung erfreut, jene Partei ausgenommen die gern von Prag aus ganzMittel-Europa und den Osten beherrschen möchte". In gleichem Sinne hieß es ebendaNr. 130 vom 17. Prag 15. März: „Die hiesigen Blätter mögen immerhin sagen,das Volk ist mit der Verfassung nicht zufrieden, oder es gibt Unruhe» im Lande,glauben Sie es nicht. Im Gegentheil; ich sprach seitdem Leute aus allen Theilen derProvinz, überall hat das Ereignis den freudigsten Eindruck gemacht, außer bei denenwelchen dadurch ein Strich durch ihre Rechnung gemacht worden ist. Das Ministeriumsoll nur muthig und kräftig fortschreiten, und alles wird gut werden; denn jeder deres aufrichtig meint wird es unterstützen, weil cs Gesetz und Ordnung will. Alle öechcnwerden sich freilich ärgern, wenn alles ruhig bleibt."
238) S. 370. Ein Artikel der „Wage" 1849 Nr. 31 vom 12. März S. 245 gabfolgenden Stimmungsbericht: „Der größte Theil der intelligenten Bevölkerung, derkeinen schwebenden sondern einen festen Boden will, begrüßt die neue Wendung mitvoller stiller Zufriedenheit... und soviel ist gewiß daß, wenn nur alle jene, die nachder langen gefahrvollen Fahrt auf dein sturmbcwcgten klippeuvollen Meere unserer natio-nalen politischen und socialen Zustände mit sehnsüchtiger Freude hoffnnngsgrüncs Landsehen, illuminiren würden, es wenig Häuser in Prag gäbe in denen nicht beleuchteteFenster wäre». Indessen noch gibt es einen Terrorismus, wenn auch nur den moralischender Scheu und Rücksicht — und somit bleiben die Fenster finster. Aber viele Angen leuchten,viele Herzen glühen — und das sind die glänzendsten Illuminationen!" Im geradezu ent-gegengesetzten Sinne faßte Karl Havllöok die öffentliche Stimmung auf: „In Praghat man nirgends etwas anderes als unzufriedene Mienen gesehen, und wer sich überdie Octroyirnng freute der würde sich uoch mehr gefreut haben wenn die ganze Ver-fassung aufgehoben worden wäre. Und wer hat sich denn in Wien gefreut?! Jener Theilder Bevölkerung die bei den Orgien des alten Absolutismus dick und fett geworden sind,die für die ägyptischen Töpfe des altaristokratischen Gewinnes Ehre und Freiheit zuverkaufen im Stande wären, die an dem Fett und Mark des ganzen Reiches gezehrthaben. Aber wenn die sich freuen seufzen die Völker, und wenn sich die österreichischenVölker einmal freuen werden jene heulen und wehklagen." blür. vlov. passim.