Druckschrift 
4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
Entstehung
Seite
511
Einzelbild herunterladen
 

Anmerkungen.

511

213) S. 342. Ich habe geglaubt dieses Zwiegespräch nach Smolka's „mündlichenMitthcilungen" wörtlich aufnehmen zn sollen, obwohl cs mir in seiner ganzen Fassungetwas unwahrscheinlich vorkommt und in manchen Einzelnheiten offenbar unrichtig ist.So wird in dem o. a. Feuilleton des „4t. Wr. Tgbl." Stadion als jener genannt, dermit Smolka verhandelt habe. Stadion aber ist gar nicht mehr nach Kremsicr gekommen,sondern hat sich, das Einpacken seiner Sachen dem Kammerdiener Heinrich überlassend,von Olmüz unmittelbar nach Wien begeben. Auch das ist unrichtig als ob cs sich umden nachträglichen Druck der stenographischen Berichte der Sitzungen über die Grund-rechte gehandelt hätte; diese Berichte sind den Abgeordneten in der Kremsierer Zeit ge-druckt regelmäßig zugekommen. Nicht gedruckt waren jedoch die Berichte aus der October-zeit. Daß dies nachträglich geschehe hat sich Sinolka ernstlich bemüht; er würde es aberkaum durchgesetzt haben, wenn nicht der Neichstagsordner Jelen, der das volle Vertrauendes Ministeriums besaß, auf dieser Ergänzung mit allem Nachdruck bestanden hätte. Auchdie ganze Motivirung Smolka's, warum er die bezüglichen Manuseripte nicht ausliefernwolle, paßte doch nur auf die Wiener October-, aber durchaus nicht auf die KremsiererGrundrechte-Protokolle. Noch könnten in jenem Zwiegespräche die nicht für den Druckbestimmten Protocolle des Constitutions-Ausschußes gemeint gewesen sein; und dann wärejene Vermuthung begründet, der ich in einer Besprechung von Springer's neuester Pu-blication (s. oben S. 267*) über die Art und Weise, wie diese Papiere in de» Besitz Pinkas'gelangt seien, Ausdruck gegeben.

214) S. 343. Frankl im o. a. Feuilleton der „N. Fr. Pr." Im „Const. Bl. ausBöhmen", und aus diesem dann in andern Tagesblättern, z. B. in der A. A. Ztg., wardas Erscheinen Fischhof's und Prato's auf dem Bahnhof von Hullein mit dem gleich-zeitigen Eintreffen Helfert's in eine derartige Verbindung gebracht daß jeder Leser, der denSachverhalt nicht von anderswo genauer wußte, auf die Vermuthung kommen mußte derUnterstaats-Secretär für den Unterricht habe bei dieser Angelegenheit seine Hand im Spielegehabt. Helfert aber war im Laufe des 8. aus Olmüz nochmals in Kremfier erschienen,hatte einpacken lassen und einige Abschiedsbesuche gemacht, so daß er erst den Nachtzug,denselben mit welchem die beiden Gefangenen transportirt wurden, für die Wcitcrfahrt nachWien benützen konnte. Die Gleichzeitigkeit seines Zusammentreffens mit jenem der beidenAbgeordneten auf dem Bahnhose von Hullein stand daher außer allem inneren Zusammen-hang . . . Noch ist zu bemerken daß es in Frank l's Mittheilungen heißt, Graf Mer-candin sei cs gewesen der die Aufhebung Fischhof's geleitet, während er später — und-das ist gewiß das richtige — dem Polizei-Ober-Commissär Felsenthal zu Fischhof sagenläßt: „Wissen Sie wer Ihre Verhaftung in Kremsier zu leiten hatte?" ,Vielleicht Sie?'„Ja ich."

215) S. 344. Aus der wiederholt angeführten Quelle. Wenn Smolka erzählt, ersei am ersten Abend „zwar sehr höflich aber sehr kalt behandelt" worden, während amzweiten die Gesellschaft „wie auSgewcchselt" war, „lauter Liebenswürdigkeit, lauter Ent-gegenkommen, lauter Freundlichkeit", so mag das ganz richtig sein. Nicht aber das gleicheist von der Erklärung zu sagen die er dazu gibt: am 7. sei man noch voll der Sieges-frcude von K-iPolna gewesen, am 8. aber sei der hinkende Bote nachgekommen: „FürstWindisch-Grätz mußte sich nach Pest zurückziehen; noch mehr, er mußte sich anschicken Pestzu räumen, und der siegreichen ungarischen Revolutions-Armee schien der Weg nach Wienoffen." Windisch-Grätz ist, wie wir uns erinnern, allerdings nach Zurückdrängung desFeindes über die Theiß nach Pest, rseto nach Ofen zurückgekehrt; aber es hatte ja vonallem Anfang nicht in seiner Absicht gelegen, konnte auch nicht liegen, sich mit den ihmzur Verfügung stehenden Kräften ans einen Marsch in das ungarische Gebiet jenseits der