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Anmerkungen.
Befehles stattfinden dürfe und daß ich von dein Tactc der Abgeordneten erwarte, siewürden mich nicht in die unangenehme Lage versetzen diese Anordnung mit Gewalt durch-zusctzen." Es ist mir, nach der Erzählung Smolka's, nicht recht klar wann jenes Zwie-gespräch stattgcfunden haben könnte. In einer der folgenden Numern des „N. Wr. Tgbl."— ich habe mir leider Zahl und Datum nicht «»gemerkt — erzählt Much, einer der vomJustiz-Minister dem Constitutions-Ausschuße beigegcbcncn Schriftführer (vor. Bd. S. 506Anm. °) folgendes: „Am 6. März, nachdem Artikel 10 (?) ,Vorübergehende Bestim-mungen' in kurzer Berathung angenommen und mir, der an diesem Tage zur Protocolls-führung an der Reihe gewesen, vom Vorsitzenden das Protocoll ausnahmsweise sogleichverificirt worden war, eilte ich in die vor der Stadt gelegene Filiale der k. k. Staats-druckerci, wo die ganze aus 160 Paragraphen bestehende Constitutions-Urkunde bis aufdiesen Schluß bereits im Satze war. Es war eine ,Raunacht', in der ich, dieses letzteKindlcin der demokratischen Rcichsvertrctung gleich dem ,Erlkönig' in meinen Armen,durch Wind und Schneegestöber da hinaus eilte, und mit trüben Ahnungen suchte ichbald darauf mein Lager, das ich andern Tages beim ersten Morgengrauen verließ;" dahabe er nun das erzbischöfliche Palais von Soldaten umringt gesehen rc. Diese Mit-thcilung läßt sich, was das angeführte Datum betrifft, mit den anderweits sicher-gestelltenThatsachcn nicht in Einklang bringen. Was in Much's Erinnerung in der Nacht des6. vorgefallen, muß sich zwei Tage früher zugetragcn haben. Denn am 6. war bereits einThcil der Abgeordneten mit gedruckten Exemplaren versehen. Auch geht aus SpringerProtocolle S. 361—364 hervor, daß in der That die letzte Sitzung des Constitutions-Ausschusses, wo alles, inbegriffen die „vorübergehenden Bestimmungen", zum Abschlußgebracht wurde — vgl. S. 364 Alinea 3 v. u. mit S. 383 Alinea 2 v. u. — anr 4. statt-gefunden hat. Der Zwischenraum von der „Raunacht" des 4. zu den Soldaten am Morgendes 7. hat sich offenbar in Much's Erinnerung verwischt.
211) S. 333. „Leuchtthurm" a. a. O. S. 181 f. S. auch „Grenzboten" 1849 IS. 503, Aus Kremsier 7. März (gezeichnet D.): „Lebe wohl, Stadt der Hanna. In dirhat der letzte Theil einer großen Tragödie Oesterreichs gespielt, du hast cs nicht gewußt!Deine Bürger werden klage» über den Plötzlich verlorne» Verdienst, über die 50.000 fl.die ihnen jeder Monat brachte; dann werden sie das gewonnene Geld zählen und anlegenund hin und wieder vom verstorbenen Reichstag schwatzet:; endlich wird er eine Sagewerden für die Kinder, eilte dunkle Erinnerung von verschwundener goldener Zeit. Wasvor einem Jahre der März in Wien mit den großen Glocken von St. Stephan ins Lebengeläutet, das politische Leben des Vaterlandes, das trug wieder der März in ländlicherStille zu Grabe. Glockengeläut hat man keines vernommen, unsere kleinen Dichter werdensagen daß die weißen Märzglöckchen das Traueramt besorgt haben. Es war ein kurzesLeben, voll herrlicher Träume und unreifer Thaten!"
212) S. 336. Mit reichlicher Benützung des Wortlauts aus L. A. Frankl'sFeuilleton der „N. Fr. Pr.": „Ans halbvergangcner Zeit. Goldmark Fitster FischhofStadion Fclscnthal." Fitster selbst, der seine Flucht aus Kremsier zweimal beschrieben,kürzer in Kolisch' „Wiener Boten" I S. 367—372, anssührlicher in seinen „Memoiren"II S. 268 ff., läßt begreiflicherweise jene Eiuzeluheitc» unberührt; er erwähnt an letzteremOrte nur, ein „Literat" habe ihn, da er des Landes unkundig, „sehr menschenfreundlich. . . eine Strecke Weges" begleitet; dann spricht er sehr vornehm von seinem „Bedienten"der ihm „etwas Wäsche mitzubringcn hatte" rc. Bei Kolisch nennt er den Ort wo ihnder Wagen erwartete „Minkovic"; einen solchen Ort gibt es aber nicht in der Gegend.Vielleicht Mimttvek (Lliüüvü^), das gegen Olmüz hin etwa eine Viertelstunde vonKremsier liegt?