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Anmerkungen.
190) S. 283. „Presse" Z!r. 60 vom 11. März Correspondenz aus Frankfurt a. M.vom 4.: „Wir wissen daß noch in den letzten Wochen ein Abgeordneter von dort hiercingetrofsen und zngelasscn ist, zu dessen Wahl 103 Wahlmänncr znsammentreten sollten,von denen aber nur 57 erschienen. Unter diesen gaben 14 die Erklärung ab daß sienicht nach Frankfurt wählen wollten, und dessen ungeachtet wählten die übrigen 43 Wahl-männer. Schlimmer noch stand es um eine Wahl im Herbste des vorigen Jahres,wo aus einem Kreise von etwa 130 Wahlmänncrn nur 20 erschienen und mit 11 Stimmengegen 9 den Dcputirten wirklich wählten. Das stärkste Beispiel aber ist ein noch älteres,wo überhaupt nur sünf Wahlmänner einen Abgeordneten gewählt haben. Wir haben nichtgehört daß die Nationalversammlung bisher über solche Vorgänge sich ausgesprochen hätte.Erinnern wir uns aber, welchen Unwillen vor mehreren Jahren ähnliche Minoritäts-wahlen in einem anderen Lande hervorriefcn, so halten wir es doch für angemessen dieöffentliche Aufmerksamkeit auf diese Manipulationen zu richten" . . . Ende Deceinber 1848oder zu Anfang 1849 wurde Pillersdorff in Amstetten (V. O. W. W.) für Frankfurtgewählt; es ist mir aber nichts näheres über die Umstände dieser Wahl bekannt.
191) S. 263. „Lloyd" Nr. 98 vom 27. Februar Prager § Correspondenz vom24.: „Das Wort Frankfurt ist elektrisch für das Herz unseres letzten slavischen Land-mannes. Er weiß nicht sehr bestimmt ob Frankfurt am Main oder am Amazonenflnßliegt, genug, er hat cs hassen gelernt, cs ist ein schwarzes Phantasiebild seiner Seele ge-worden. Die Sympathienpolitik frägt wenig nach den Gebote!! die aus der Weltlage fürdas Staatsganze hervorgehcn. Seien wir indeß gerecht und gestehen wir daß, wenn derSlave Böhmens eine Beleidigung darin sicht wenn man ihm die freie Theilnahme aneinein internationalen Werke mit Deutschland anräth, die Schuld zu einem großen Theilean jenen Politikern liegt ans deren Munde wir im März zu Wien die Worte hörenmußten: Es gibt nur eine deutsche Souverainetät." In einem Artikel der Südslav. Ztg.vom Ende Februar den ich blos ans dritter Hand kenne, hieß es: „Wir haben fürein unabhängiges Oesterreich gekämpft weil wir den uns gemachten Zusagen von Gleich-berechtigung aller Nationalitäten glaubten, und jetzt sollen wir einem Ministerium eineDank-Adresse bringen weil cs sich anschickt uns dem deutschen Bunde zu überantworten V!"
192) S. 263. In der zweiten Hälfte Februar hielt der Prager „Deutsche Verein"eine Versammlung in welcher die österreichische Depesche vom 4. besprochen wurde unddie Doctoren Jellinek und Tedesco das große Wort führten. Es wurden zwei Adressenbeschloßen: an das kaiserliche Gesammt-Ministerium und an die deutsche Rational-Ber-sammlnng. Letztere schilderte die „bange Erwartung" init welcher alle Deutschen in Oester-reich nach Frankfurt blickten, da sie „die innige Verbindung mit Deutschland als unserPalladium, als das Unterpfand einer bessern Zukunft" betrachteten. „Wir wollen deutschsein und deutsch bleiben, lebendige Glieder des großen Vaterlandes; darum erfaßt uns tiefeTrauer wenn wir befürchten müßen, ein Beschluß der hohen Rational-Versammlnngkönne Oesterreich aus Deutschland Hinausstoßen." Die Adresse sprach sich gegen ein zuschaffendes deutsches Erbkaiserthum aus, „weil wir überzeugt sind der Gedanke des Kaiser-thnms werde, weit entfernt zur Einheit zu führen, die Quelle langdauernder Spaltungund Zerrüttung werden; vorzüglich aber wäre es das preußische Kaiserthum, gegenwelches sich bereits die Volksstimme Süd-Deutschlands so laut ausgesprochen hat, dasHierlands auf unbesiegbare Schwierigkeiten stoßen würde". Die Adresse an die kaiserlicheRegierung drückte dieser den Dank dafür aus daß sic über die deutsche Frage ein ent-schiedenes Wort gesprochen, bemerkte aber zugleich daß der Inhalt der Note den Deutsch-Oesterreichern nicht genüge, daß es vielmehr dem Ministerium gefallen wolle sich „un-mittelbar und energisch" an dem deutschen Verfassnngswerk zu betheiligen und sprach seine