498
Anmerkungen.
„unerklärlich": „Daß der gesammte Handelsstand mit den Verfügungen des FürstenWindisch-Grätz shmpathisirt versteht sich von selbst."
160) S. 213. A. A. Ztg. S. 1098 Pest 8. März: „Es ist wahr daß die Regierunghier eine äußerst schwierige Alternative zu bekämpfen hat. Vernichtet sic durch eine ent-schiedene Ordonnanz mit einem Schlage die ungarischen Geldnöten, so ruinirt sie die ganzeHandels- und Geschäftswelt, bringt das Landvolk gegen sich auf und setzt sich mitten ineine sehr gefährliche Lage; läßt sie aber diese unglückseligen Noten im Cours, so läßt sicden Rebellen in Debreczin den Haupttalisman in der Hand die Widersetzlichkeit ener-gisch sortzuführen."
161) S. 213. Ich habe bereits früher Belege für diese Stimmung im Stabe desBanns in hinreichender Auswahl gebracht. Es scheint nun doch am Platze zu sein dieTriftigkeit dieses Mismuthes mit ruhigem Blute zu prüfen. Wie sollte der Feldherr seinenritterlichen Corps-Commandanten gegen Dembiüski verwenden? Indem er statt des II. dasI. Armee-Corps ins Feld rücken ließ? Das würde, da das I. Armee-Corps die Ausstel-lung gegen Szolnok hatte, die unter allen Umständen gehalten werden mußte, eine voll-ständige Verschiebung der Truppenkörper des I. und II. Armee-Corps verlangt haben, diedoch aus zwei Gründen nicht räthlich war: einmal wegen der Zeit mit der man unterden obwaltenden Umständen geizen mußte; aber mehr noch darum weil die Generale desI. Armee-Corps, vor allem der wackere Ottinger, mit den Ortsverhältnissen von Szolnokbis Czibakhäza nun schon seit Wochen vertraut waren, während die des II. Armee-Corpsdieselben erst studiren mußten. Oder hätte der Feldmarschall das Commando zwischen demI. und II. Armee-Corps sollen wechseln lassen? Dagegen sprachen wieder zwei Gründe:einmal wäre das angesichts der kriegerischen Action der man entgegenging eine flagranteVerletzung Wrbna's gewesen, und dann galt hier dasselbe was ich zuvor bemerkt: dieVertrautheit des Banus nicht blos mit der Stellung gegen die Theiß sondern auch mitseinen Unterbcfehlshabern, denen Wrbna in einem so kritischen Zeitpunkte als llomo guasinovus vorgesetzt worden wäre. Oder endlich hätte Windisch-Grätz statt Zeisberg's denBanus selbst wählen, einen Armeecorps-Commandanten mit dem Commando einer denäußersten hauptsächlich zur Eclairirung bestimmten rechten Flügel bildenden einzelnenBrigade betrauen sollen? Darin hätten die Ofsiciere Jelaöiö' gewiß, und zwar init Recht,eine noch empfindlichere Kränkung ihres vergötterten Banus erblickt!
162) S. 21-1. Wr. Ztg. 1849 Nr. 56 S. 656 f. Vergl. (Herbert) Ehrenhalledes Militair-Fuhrwesens-Corps, Wien 1850, mit der Abbildung des dem Scheder inseiner Heimat Groß-Thcnnebcrg nächst Altenmarkt in Nied.-Oesterr. an der Maria-ZellerWallfahrtsstraße errichteten Denkmals, Anhang S. 25—27. S. auch Soldfrd. dir. 28vom 6. März S. 127.
163) S. 224. Von den drei unmittelbaren Theilnehmern an diesen Vorgängen, diedarüber etwas schriftliches hinterlasscn haben, hat die Darstellung Szemere's GörgciS. 42—46 Anm. am meisten Uebersicht und Zusammenhang; er neigt zu Dembinskihin und ist ebenso gegen Görgei wie gegen Kossnth. „Ich habe bei diesem traurigenVorfälle zwei Dinge wahrgenommcn", sagt er S. 49, „erstens daß Kossuth sich vorGörgei fürchtet, zweitens daß Görgci ein schlauer Hhpokrit ist. Dembinski stürzte er durchStarrsinn und Conspiration, Kossuth gewann er durch Schmeichelei und Scheingehorsam".Auch macht Szemer e aus seiner Ueberzeugung kein Hehl, „daß Görgei in dieser ganzen An-gelegenheit nicht Vaterlandsliebe sondern bloser Haß und verletzte Ambition leitete". DieErzählung bei Danzer I S. 230—256 ist allerdings parteiisch, macht aber gleichwohlden überwiegenden Eindruck der Wahrhaftigkeit, während Görgei I S. 271—278 beiseinem durchgängigen Sarkasmus und der geradezu unwürdigen Weise, in welcher er