Anmerkungen.
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Gesinnungen, von sich abwicscn. Sie fragen, und gewiß nicht mit Unrecht, ob sic, dieSlavcn, cs nicht gewesen sind, welche hauptsächlich während der Stürme des verflossenenJahres scsi bei diesem Lande bcharrt und das Staatsschiff in den sichern Hafen geleitet,ob sic nicht vor allen Anderen Treue gegen das constitutional-monarchische Oesterreichgezeigt haben." So sehr man indeß überzeugt sein könne daß die ungeheure Mehrheit derSlaven „mit unerschütterlicher Treue Oesterreich zngethan ist, eben so fest glauben wir,daß eine geringe, eine sehr geringe Minderheit derselben Oesterreich nicht treu ist, und daßbei ihnen der Same, den ein Bakum» streut, nicht auf unfruchtbaren Boden fallen wird.Wird Bakunin etwa seiner Brochure wegen in Acht gethan werden von der slavischenPropaganda, welche ihren Sitz in Paris anfgeschlageu hat? Nimmt diese ganz und garkeinen Einfluß auf österreichische Verhältnisse? Ist es nicht gut, von Zeit zu Zeit dieöffentliche Aufmerksamkeit auf sie, auf ihre accreditirtcn und nicht accreditirtcn Agentenzu lenken?"
22) S. 21. „Slav. Centr. Blätter" Nr. 26 v. 26. Januar: „Bakunin's Brochureund deren Nccenscnt in der Prager Ztg." — vr. Jordan meinte man thue überhauptUnrecht die Publication anders als vom Psychologischen Standpunkte zu bcurtheilen. „DasVolk will sich sein Brod selbst bereiten, es will ein gesundes Brod haben das nicht soleicht verschimmeln kann, und wenn Einzelne aus diesem Volke in dieser Lust mehr Gäh-rungselcmente als uothwcndig hiezu verwenden wollen, so möge man bedenken daßviele der gestürzten Dcspotenschaar dagegen den armen Völkern zu wenig Lcbeusstoffgegönnt haben. Bakunin's Brochure trägt an sich die Spur daß ihm in seinen Lebens-jahren ebenfalls zu wenig von diesem Lebensstoffe gereicht worden, und um satt zu seinwill er sich und alle seine Schicksalsgenossen übersättigen. Maß zu halten ist schwer. DasUebermaß aber das er zur Geltung bringen will, ist vielleicht nicht so sehr seinen politi-schen Grundsätzen als einem psychologischen Zustande zuzuschreiben. Als Resultat einessolchen aufgeregten Zustandes hätte Bakunin's Brochure, worin die Gefühls-Politik vor-herrschend sich geltend zu machen strebt, nie vom rein Politischen Standpunkte beleuchtetund dem Secir-Messer des Publicisten unterworfen werden sollen".
23) S. 23. Wind, an Schwa. 22. Januar: „Der Kampf init der Sl. L. in Böhmenist unerläßlich, denn diese muß unterdrückt werden." Schwa, au Wind. Olmüz 25. Ja-nuar: „Khevenhüller ist hier" rc. Was man mit der Sl. L. von Regierungswcgcu vor-hatte blieb lang Geheimnis; s. die Rede P. Nosypai's am 6. Februar (Sten. Auf». V.S. 27), wo er dem Ministerium die Auflösung fast aller politischen Vereine vorhält unddann beifügt: „Nur in meiner Heimat blüht die Slovanskä Llpa in nie gekannter Kraftund Fülle, Wurzel fassend in den glühend patriotischen Herzen meiner Landsleute; undschon, schon verlautet es daß auch an diesen Freiheitsbaum die Axt gelegt, daß auch ergefällt werden solle".
24) S. 23. Wessenberg an Jsfordiuk I. S. 13: Windisch-Grätz habe schon inOlmüz von einer solchen Wiederaufnahme der Untersuchung gesprochen, Wessenberg abersich jedesmal „standhaft" dagegen gewehrt: „Lasse man doch die alten Sünden schlafen!"
25) S. 26. Wessenberg an Jsfordiuk 16. Februar (I. S. 17): „Die böhmischenZeitungen erweisen mir die Ehre mich zurückzuwünschen."
26) S. 28. Einen Antheil au dieser Opposition Hatto wohl auch Havlleek, der über-haupt gegen die unreifen Ueberschwäuglichkcitcn und Anmaßungen der jungen Freiheits-helden auftrat und die Prager Studentenschaft namentlich vor dem Einflüße von Leutenwie Kleinert und Sladkovsk/ warnte, anderseits aber den nationalen Standpunkt gegendie schlauen Vorhaltungen von deutscher Seite: „man dürfe der Nationalität nicht dieFreiheit opfern; in erster Reihe stehe die Freiheit, erst in zweiter die Nationalität" u. dgl.