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Anhang.
Die Wirkung dieses Erlasses war eine augenblickliche. Die „Kossutherln", in den letztenDecember-Tagen auf 50 bis 60°/o hcrabgesunken, Hobe» sich rasch und standen binnenkurzem nur um 2 oder 3°/„ niedriger als die kaiserlichen, was seinen Rückschlag auchauf die, obwohl formell nicht anerkannten ungarischen Noten zu 5, 10 und 100 fl.äußerte. Mittlerweile gingen die von Baron Krauß angeordneten Erhebungen fort, beidenen man sich kaum des Gedankens erwehren konnte, die oberste Finanz-Behörde habesie nur vom Zaune gebrochen um die Angelegenheit auf die lange Bank zu schieben; so z. B.wenn, während sonst alle Welt längst wußte daß Kossuth seine Banknoten-Prcssc sorg-fältig verpackt (allerdings sollen einige Bestandtheile dabei abhanden gekommen sein) mitsich nach Debreczin genommen, in der zweiten Hälfte Januar der Pcstcr-Finanz-BchördeAuskunft über die Frage abverlangt wurde: „ob die zur Anfertigung der ungarischenBanknoten erforderlichen Maschinen in Ofen und Pest aufgefunden wurden?"
Graf Almäsy brachte heraus, daß eine Million Silber in der englischen Bank hinter-legt sei, wovon der Kossuthische Unter-Staats-Secretär Duschek den Bankschein in Händenhabe; das Geschäft sei durch das Haus Wodianer et Sohn vermittelt worden; auch habesich in ihren Magazinen eine bedeutende Masse Wolle gefunden, gegen empfangene Be-zahlung an die revolutionäre Regierung behufs Anfertigung von Kotzen und' Halenas(Kitteln) geliefert. Wrbna bekam Befehl die Magazine Joseph Moriz Wodianer's zu unter-suchen, Almüsy sich die Bücher Rudolf Wodianer's vorlegen zu lassen; zugleich wurde,da aller Wahrscheinlichkeit nach ihr Wiener Haupt-Comptoir die besten Aufschlüße gebenkonnte, das Finanz-Ministerium angegangen daselbst Nachforschungen zu Pflegen und denBefund an das kaiserliche Haupt-Quartier zu berichten. Man war sogar einen Augenblickin der Stimmung zu Gcwaltmaßrcgcln zu schreiten und gegen den Großhändler SamuelWodianer, falls er die Summe von 400.000 fl., die ihm die ungarische Regierung zumAnkauf von Silber in Münze und Baarem vorgeschosscn, nicht allsoglcich deponircn würde,Vermögens-Sequesteratiou cinzuleiten. Allein aus Wien berichtete Weiden, das Groß-handlungshaus Wodianer habe sich sowohl bei den: Silbcrankaufs- als Waarcnlieferungs-Geschäfte der österreichischen Regierung gegenüber offen und loyal benommen und seidemnach keilt Grund vorhanden dessen Bücher länger mit Beschlag zu belegen, und auchin Pest kam man, da man dringend Geld brauchte, bald in die Lage gegen die Firmain anderem Tone zu sprechen.
Die Handelswelt sowohl in als außer Ungarn befand sich in einem peinlichen Zu-stand der Ungewißheit. Eitler Deputation des Pester Handelsstandes, die gegen MitteJanuar vor dem Feldmarschall erschien, konnte dieser keinen andern Trost geben als daßdie Entscheidung in einigen Tagen erfolgen werde. Auf dieses ging der GroßhändlerFriedrich Lindemann im Namen der Pester Communal-Bank nach Wien, wo ihm undMoriz Wodianer vom Minister Krauß ein Gutachten in dieser heikeleit Angelegenheit ab-verlangt wurde. Es fiel aus wie sich voll Kaufleuten erwarten ließ. „Die Belassung derungarischen Noten im Umläufe oder deren Einlösung", schreiben sie am 16. Januar,„erscheine als unerläßlich da es in Ungarn an österreichischem Gelde gegenwärtig fastgänzlich fehle; ein'furchtbarer Schlag träfe den Handel und die Gewerbe nicht blos inUngarn, sondern in der ganzen Monarchie; die Steuerfähigkcit Ungarns wäre für langeZeit hinaus vernichtet und die Erbitterung auch der bis jetzt ruhigsten Gemüther stündezu besorgen, wenn man zur gegentheiligen Maßregel schreiten wollte; im Gcgentheil, essei dringend geboten die geängstigten Gemüther über diesen Punkt durch eilte ausdrück-liche Erklärung zu beruhigen und dadurch Leben und Vertrauen in den Handelsverkehrzurückzusührcn". Das Gutachten gelangte am 21. in die Hände des Feldmarschalls, be-gleitet von einem Schreiben des Finanz-Ministers: „Lindeman» und Wodianer wüßten