Auswahl von Schriftstücke.
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wärtigen Jahreszeit zu wagen, wäre ein Unternehmen gewesen, dessen Gelingen schonim Keim eine große Uuwahrscheinlichkeit gehabt hätte. Der zweite Vorschlag scheiterte anden Mundvorräthen, und eine Repetition von Saragossa wäre nur möglich gewesen,wenn inan loyale muthige Feinde gehabt hätte welche die Entscheidung eines Kampfesnicht scheuten. So aber hätten wir uns einige Tage herumgezogen, der Feind den Nctz-kreis um Kaschau nur noch enger gezogen, und endlich hätte inan doch zum Durchschlagenseine Zuflucht nehmen mäßen, um leben zu können. Dazu kam noch die Last von 1700Emigranten-Familien und eben so viel Wägen, die in diesem unglücklichen Bürgerkrieggcbrandinarkt und geächtet wegen Anhänglichkeit an ihren legitimen Monarchen undterrorifirt durch das Kossuth'sche Schrcckcnssystcm ihr Heil und ihre Rettung nur darinfinden konnten, daß sie, Hab und Gut und den heimatlichen Herd verlassend, sich unterdem Schutz der Armee in einen andern Theil des Landes zu begeben in Stand gesetztwurden. Endlich ist noch der vielen Blessirten und Kranken zu gedenken, welche imSpital zu Krakau lagen und vorzogcn ihren siechen oder verstümmelten Körper mit un-säglichen Schmerzen einer beschwerlichen Reise zu unterziehen, um nicht der Grausamkeitder Insurgenten als Opfer zu fallen. Daß diese Besorgnisse nicht »«gegründet waren,hat die Folge gelehrt, indem untransportable Kranke von den Husaren aus den Bettengeworfen geplündert und nicdergemetzclt wurden. Zu dein allen rechne man noch mehrerehundert Kriegsgefangene und eine ziemlich bedeutende Zahl von politischen Verbrechern,dann die Bagage und Artillerie-Reserve des ganzen Corps, so wird sich die UeberzcugungHerausstellen, daß es außer dem Gebiete der Möglichkeit liegt, einen derartigen Argo-nautenzug, während man von drei Seiten angegriffen wird, in Bewegung zu setzen. Derdritte Vorschlag wurde einstimmig angenommen, nur mit der Modifikation daß vorhernoch einmal der Versuch gemacht werde, den von Tokaj und Miskolcz kommenden Feindzu einem entscheidenden Kampf zu bringen. Gelänge dies und würde ihm eine tüchtigeSchlappe beigcbracht, so sollte Kaschau nicht aufgegeben, im andern Fall aber der Abzugin der Nacht begonnen und von der Dunkelheit maskirt werden. Dieser letzte Versuchgelang nicht, indem der feuerscheue Feind zurückwich. Er hatte aber doch den Vortheil,daß die Rebellen dadurch über unsere Rückzugslinie getäuscht und von selber entferntwurden.
In dieser Ordnung ward der Marsch bis Agtelck unangefochten fortgesetzt — einigenach Raub und Bagage lüsterne Husaren abgerechnet, welche über Marodewägen her-ficlen, aber von den herbeieilenden Kürassieren ereilt und zusammengehauen wurden.Der Uebergang des Passes von Agtelek, das Glatteis und eine große Barrikade er-schwerten bedeutend das Fortkommen und nur mit der unendlichsten Anstrengung gelanges den Uebergang zu bewirken. Der böse Geist der Bevölkerung, durch unsere früherenSiege unterdrückt, durch unfern nunmehrigen Rückzug aber neu aufloderud, trug nichtwenig dazu bei, unsere Verlegenheit zu vergrößern, und die Unregelmäßigkeit der Ver-pflegung, besonders aber Mangel an Brot verbunden mit einer unfern Soldaten so un-gewohnten retrograden Bewegung machte die Aufgabe nur um so schwieriger. Die Re-bellen, durch die ihnen freiwillig überlassenen Vortheile ermuthigt, das Terrain genaukennend und noch besser geführt, zweifelten an der Möglichkeit daß der Paß von Agtelekvon sämmtlichen Bagagen, Artillerie-Reserve und Emigranten passirt worden und ver-suchten einen nächtlichen Ueberfall ans Szen, der jedoch an der Kaltblütigkeit von Sunstenau-Kürassieren und der reitenden Artillerie scheiterte und abgewiesen wurde. Mehrere Offi-ciers-Bagage Pferde und Leute gingen thcils in Verlust oder wurden vom Feind nieder-gemacht. Doch auch die Rebellen verloren dabei. In Tornalya angelangt, wurde Rast-tag gehalten und der Versuch gemacht die Verbindung gegen Waitzen u. s. w. bis Ofen
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