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Offenen Widerstand kann die württembergischc Krone ohne fremde Hülfe nicht mehrleisten. Das äußerste das wir von ihr erwarten können, ist daß sie durch geschicktes Hin-halten die Verwirklichung der Catastrophe die sie bedroht verzögere. Daß hierin der Königdas unmögliche leisten werde, dafür bürgt uns seine anerkannte Fähigkeit, wenn gleichsein Geist durch die bitteren Erfahrungen des vorigen Jahres tief gebeugt scheint.
Genehmigen E. D. den crncuten Ausdruck meiner tiefsten Ehrfurcht.
Rechbcrg m. p.
9.
Major Baron Gablcnz an General d. Cavalleric Grafen Wallmodcn.
Rima-Szombath am 17. Februar 1840.
Euere Excellenz!
Seit längerer Zeit verhindert, Ihnen, mein gnädigster Gönner, Nachricht von: Corpsund von mir geben zu können, benütze ich die erste Gelegenheit wo die Passage offen ist,um diese gezwungene Säumnis zu repariren. Wie ich die Ehre hatte Eurer Excellenzgchorsamst mitzutheilcn, so war es uns gelungen den Feind welcher »ns vis-ü-vis ausdem Klapka'schen Corps bestand, über die Theiß zu werfen, und derselbe verbrannte dieschöne Brücke bei Tokaj, um uns an der ferneren Verfolgung zu hindern. So standendie Sachen, als wir die Nachricht aus der Zips bekamen, daß das Görgei'sche Corps,welches laut Armecbulletin dir. 18 vom FML. Csorich geschlagen aber leider nicht ver-folgt worden war, sich neuerdings in den Bergstädtcn gesammelt hatte, der CommandantBälle gegeben, sich ganz nach Herzenslust mit 6 Tausend neuen Recruten verstärkt hat, inden vielen Eisenhämmern der Karpathen mit Waffen versehen und 10 neue Kanonen zu-sammengestellt und so in der besten Verfassung in die von uns bereits pacificirtc Zipseingebrochen war. Augenblicklich nach dieser Nachricht begab sich der Corps-Commandantmit mir nach Kaschau, um Gegenanstalten zu treffen, und beorderte das Gros des Corpsin Eilmärschen auch dahin unter Zurücklassung einer Brigade, die die Theiß, welche in-zwischen durch Thauwetter für die Kanonen inpracticabl geworden war, im Auge zu be-halten hatte. In Kaschau angelangt fanden wir die unangenehme Nachricht, daß derCommandant in Lcutschau, Major Kicsewetter, den Versuch gemacht hatte einen Theildes Görgci'schcn Corps in Iglo zu überfallen, mit seinen schwachen Kräften jedoch —4 Compagnien 3 Rakctten — war dieser Ueberfall schlecht ansgefallen, da er ohne alleReserven erfolgte. Anfangs kämen unsere Colonncn zwar stürmend bis aus den Markt-platz von Iglo, eroberten 9 Kanonen, konnten aber die errungenen Vortheile nicht fest-halten; da sie von 5 Tausend Mann Kcrntruppcn, aus denen das Görgei'sche Corpsgrößtentheils besteht, überfallen wurden, mußten sich zurückziehen, die eroberten Kanonenwieder bis aus Eine stehen lassen, und verloren dagegen von der '/i Naketten-Batteric2 Würste und 3 Kanonen. GM. Graf Deym wurde sofort mit allen disponiblen Truppen— 11 Compagnien 1 Batterie — zur Unterstützung der Leutschaucr Garnison in dieZips abgeschickt und beauftragt in Vereinigung mit Kiesewetter den Branitzko-Paß unddas Defils bei Margitfalva zu besetzen und zu halten, um dem Corps-CommandantenZeit zu geben, mit einer größeren Macht entgegenzurücken und dadurch Eperies undKaschau vor einer feindlichen Invasion zu bewahren. Dieser Erwartung wurde jedochHclf e rt, Geschichte Oesterreichs. IV. 3. 28