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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Anhang.

8 .

An Scinc Durchlaucht dcn Herr» Fürsten von Schwarzenberg.

li'raaekort, den 16 . Februar 181 !).

Durchlauchtiger Fürst!

AnS meinen gehorsamsten Berichten Nr. 1 bis 3 von München und Stuttgartwerden Euer Durchlaucht zu entnehmen geruht haben, daß ich den 1. Theil der mirgestellten Aufgabe, die Höfe von München und Stuttgart zur Erklärung zu vermögendaß sie der Ernennung eines einheitlichen Reichsoberhauptes nicht beistimmen, an dem1. der bcyden Höfe vollkommen, an dem 2. aber so gut es die Umstände gestatteten löste.Den 2. Theil der Aufgabe sie aufzumuntcrn auszuhaltcn, um uns Zeit zu lassen unsereinneren Angelegenheiten zu ordnen, behielt ich nicht weniger im Auge.

In Bayern fand ich guten Willen und gute Elemente im Bolle, mit deren Hülfedie Krone, wenn sie dieselben zu benützen versteht, allerdings den Versuch wagen kanndein wogenden Strom einen Damm cntgegenzusetzen. In Württemberg dagegen stehendie Sachen nicht so günstig. Der Boden weicht unter den Füßen des Königs, und alleStützen des Thrones sind entweder nmgestürzt oder schadhaft. Ans das Heer soll derKönig sich so ziemlich verlassen können, wenn gleich sich im vorigen Sommer unter dcnUntcrofficiercn und gemeinen Soldaten ein bedrohlicher Geist der Insubordination kund'gab; aber es ist zu wenig zahlreich um einer allgemeinen Bewegung in die Länge wider-stehen zu können, und wurde durch die von der Frankfurter Centralgcwalt angeordueteAbsendung eines Corps von 5000 Mann in das Großherzogthum Baden noch geschwächt.Der größte Theil der Bevölkerung ist durch republicanische Clubs und Vereine, die schonseit 1834 unter den verschiedenartigsten Vorwänden und Namen in allen Dörfern ge-gründet wurden, politisch durch und durch verderbt. Diese Club's stehen unter demStuttgarter Ccntral-Comitä und erhalten von dort ihre Befehle. An deren Spitze standHerr Noemer, seit dcn März-Ereignissen der Chef des Ministeriums. Mit ihm über-nahmen seine politische» Freunde die Verwaltung des Landes und sie besetzten die wich-tigste» Stellen mit Republicancrn vom reinsten Wasser. OefterS schon zeigte Herr Noemer,dem es weder an Entschlossenheit und persönlichem Muth noch an Feinheit des Geistesgebricht, sich geneigt mit seinen bisherigen Anhängern zu brechen, aber cs fehlt ihm anHaltung, und immer wurde er in seine früher» Verbindungen wieder zurückgezogen. Beieincr solchen Verwaltung schreitet die Desorganisation der Staatsmaschinc rasch voran,und doch ist an deren Entfernung nicht zu denken so lange man nicht die Mittel hateinem allgemeinen Aufstande zu begegnen. Denn noch immer hält Herr Noemer dieFäden des republicanische» Netzes in den Händen mit welchem er das ganze Land um-strickt hat.

Daher kommt cs daß während Bayern dcn Kampf beginnen konnte gegen die Grund-Rechte und gegen die unbedingte Unterwerfung unter die Frankforter Beschlüße, ein Kampfder die Krisis erzeugte aus welcher die Krone, je nachdem sie sie mit Geschick zu benützenversteht, nun gestärkt oder auf immer gelähmt hervorgchcn wird, in Württemberg dieGrund-Nechte bereits gesetzliche Kraft haben, und Herrn Normer nur auf positives Ver-langen des Königs nachträglich seine Bedenken gegen dieselbe» dem Reichstage zur Wür-digung vorlcgt. Auch die unbedingte Unterwerfung unter die Frankforter Beschlüße wurdeden Kammern vom Ministerium in öffentlicher Sitzung angezeigt.