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4. Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 3 (1886) Der ungarische Winter-Feldzug und die octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Oesterreichischc Note vom 9., preußisches Rundschreiben vom 10. März. 399

Oesterreich, auf seine eigene Macht und Verfassung gestellt, kann seinedeutschen Provinzen nicht aus dein innigen Verbände reißen der die Mon-archie zur Einheit gestaltet. Wenn Deutschland dies Bedürfnis nicht an-erkennt werden wir es beklagen, aber deshalb unsere Lebensbedingungnicht aufgeben. Wer die Einheit Deutschlands wirklich will, wird denWeg suchen der uns möglich macht ohne Aufgeben unser selbst im großenGesammtvaterlande zu verbleiben." Die Note stellte dieEinigung desgroßen Kaiserstaates in sich zu einem auf ncueu Gruudlageu wohlgeord-neten Ganzen" als dienaturgemäß und nothwendig der Regelung desVerhältnisses Oesterreichs zu Deutschland vorausgehende Bedingung" hinund erklärte die volle Bereitwilligkeit Oesterreichszn allem was inner-halb der Gränzen über die wir nicht hinauskönnen liegt, weil wir auf-richtig die Einigung, die mögliche Einigung Deutschlands zu einemgroßen lcbeusstarken, den gerechten Wünschen des denkenden Theiles desdeutschen Volkes entsprechenden Körper wollen"*).

In derselben Zeit inachte ein vom 10. datirtes Schreiben GrafArnim's die Runde bei den deutschen Höfen, in welchem das preußischeCabinet seine Befriedigung, daß Oesterreich mit der Instruction vom27. Februarden von uns vorgeschlagenen Weg der Verständigung mitFrankfurt betreten" habe, und seine Bereitwilligkeit die österreichischenVorschlägeeiner reiflichen Erwägung zu unterziehen" erklärte und dieMitregicrungen aufforderte an den Berathungen über jene Vorschlägetheilznnehmen**). Von den vier Königen zeigte sich Maximilian vonBayern voll Eifer für die österreichischen Vorschläge. Er befürwortete einegemeinsame Verwahrung der Könige und jener andern deutschen Fürstendie sich denselben auzuschließen geneigt wären, gegen den Welcker'schenAntrag, falls dieser von der National-Versammlung angenommen würde,sowie eine Vereinbarung wie weit man Preußen und Frankfurt gegen-über bezüglich der Hanptgrundzügc der Reichsverfassung nachgeben könne.Er beschwor das kaiserliche Cabinet bei Deutschland auszuharren und ludes ein, im Verein mit Bayern bei den andern deutschen Regierungengegen den Ausschluß Oesterreichs aus der deutschen Gesammtverfassungzu wirken. Er wünschte einen Congreß, nicht der Fürsten aber der Mi-nister, zur Bcrathung über die Reichsverfassuug. Am königlich sächsischen

*) Wortlaut s. Wr. Ztg. Nr. 02 vom 14. März Amtl. Th. ; A. A. Ztg. Beil,zu Nr. 75 vom 16. März S. 1150 f.

Lloyd" Nr. 139 vom 22. März Abend-Ausg.